Hochzeit meiner Urgroßeltern 1926

Für meinen Roman recherchiere ich nicht nur im Archiv, sondern auch in meiner eigenen Familiengeschichte. Hier ist ein ganz besonderes Schätzchen aus dem Fundus:

Das Hochzeitsfoto meiner Urgroßeltern von 1926, die in Waltrop-Brockenscheidt gelebt haben.

In der Mitte, die Braut: Maria Pötter (1904-1992); rechts daneben der Bräutigam Johann Bernhard Trottenberg (1900 – 1964). Die anderen Personen sind mir leider nicht bekannt.

Doch eine Frage drängt sich auf: Warum trägt die Braut Schwarz?

Was heute nach Trauer aussieht, war damals im Münsterland und Ruhrgebiet – besonders in Arbeiter- und Bauernfamilien – gelebte Tradition:

Pragmatismus: Ein weißes Kleid war purer Luxus und konnte nur einmal getragen werden. Das schwarze Seidenkleid hingegen war das „beste Stück“ im Schrank. Es wurde nach der Hochzeit zu jedem hohen Festtag und sogar als Trauerkleidung getragen.

Reinheit: Ein weißes Kleid sauber zu halten, war in einer Zeit ohne moderne Waschmaschinen fast unmöglich (außer mit viel Sonnenbleiche). Schwarz war schlichtweg praktischer.

Der Schleier: Er war das eigentliche Symbol der Braut und bildete den strahlend weißen Kontrast zum dunklen Kleid.

Das Bild enstand zwar gut 19 Jahre nach der Zei, in der mein Roman spielt, aber die Protagonisten könnten vielleicht als Kinder im Buch einen Gastauftritt bekommen!