Roman-Recherche 6: Hüte

Wichtig für all meine Charaktere im Historienroman: Vor 100 Jahren trug jeder einen Hut!

Und der Hut war mehr als ein Accessoire – er war Statussymbol, Berufsmerkmal und Teil der sozialen Ordnung. Filzhut, Homburg, Fedora oder wenigstens eine Schiebermütze: Form, Farbe und Trageweise sagten viel über Herkunft und Rolle aus. Bei der Charakterentwicklung für den Roman sollte daher immer auch an die „passende“ Kopfbedeckung gedacht werden.

Das Foto ganz oben stammt von 1928 und zeigt wichtige Persönlichkeiten bei der Einweihung der Trauerhalle auf dem Kommunalfriedhof in Lünen (Zum Gottesacker) (Quelle: Stadtarchiv Lünen)

Anzeige eines Hutgeschäftes in Lünen von 1908 (Lüner Zeitung vom 19. September 1908, Stadtarchiv Lünen)

Hier einige gängige Hutarten für Herren zur Zeit meines Romans:

Filzhut
Ein allgemeiner Oberbegriff für Hüte aus gefilzter Wolle oder Tierhaar. Filzhüte sind formstabil, wetterfest und lassen sich in vielen Formen herstellen. Sie waren im 19. und frühen 20. Jahrhundert weit verbreitet.

Zylinder
Ein hoher, zylindrischer Hut mit flacher Oberseite und schmaler Krempe. Der Zylinder galt im 19. Jahrhundert als formeller Herrenhut und wurde zu festlichen Anlässen, in der Diplomatie oder bei gehobener Gesellschaft getragen.

Melone (Bowler)
Ein runder, halbkugelförmiger Filzhut mit relativ schmaler Krempe. Die Melone entstand im 19. Jahrhundert in England und wurde vor allem von Geschäftsleuten und Beamten getragen.

Strohhut
Ein leichter Hut aus geflochtenem Stroh oder ähnlichen Pflanzenfasern. Durch seine luftige Struktur eignet er sich besonders für warme Temperaturen und wird traditionell im Sommer getragen.

Homburg
Ein eleganter Filzhut mit eingedrückter Längsfurche auf der Krone und leicht aufgebogener Krempe. Der Homburg wurde im späten 19. Jahrhundert populär und galt lange als formeller, aber weniger strenger Hut als der Zylinder.

Fedora
Ein weicher Filzhut mit länglicher Delle in der Krone und vorne meist leicht nach unten gebogener Krempe. Der Fedora wurde im frühen 20. Jahrhundert sehr populär und ist heute eine der bekanntesten klassischen Hutformen.

Schiebermütze
Eine flache Stoffmütze mit rundem, nach vorne gezogenem Oberteil und kleinem Schirm. Sie wurde besonders von Arbeitern und Handwerkern getragen und ist auch als Flat Cap oder Newsboy Cap bekannt.

Ich selbst trage übrigens auch immer einen Hut, wenn ich draußen bin: praktisch bei Sonne, bei Regen, selbt bei Wind – und absolut stylisch.

Ich selbst…

Mein Großvater