Als ich über die Querungshilfe auf der Selmer Münsterlandstraße schrieb, kam mir die Frage: Wie viele Autos fahren denn überhaupt wirklich dort entlang? Also hab ich mir Zahlen besorgt – die allerdings von 2021 stammen. Denn die neusten Zahlen sind leider nicht mehr bei der Stadt Selm online.
Zweifellos ist die Münsterlandstraße viel befahren, doch nichts in Selm toppt den Borker Ostwall (B236): Beinahe 16.000 Fahrzeuge rollten dort an einem durchschnittlichen Werktag entlang. Ich habe mir die Zahlen von Straßen.NRW aus dem Jahr 2021 geschnappt und auf eine Karte gepackt:

Keine Selmer Daten, sondern vom Land
Eigentlich gäbe es für Selm sogar aktuelle Zahlen. Denn im Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität, Umwelt- und Klimaschutz wurden im September 2025 die Ergebnisse der örtlichen Verkehrszählung 2025 vorgestellt, für die Stadt Selm die Firma nts beauftragt hatte. Leider sind diese Zahlen nicht im Bürgerinformationssystem eingestellt; auch im Protokoll dazu finden sich nur kurze Anmerkungen aus der Politik, jedoch nicht die Präsentation (siehe ALLRIS).
Daher habe ich mich auf die aktuell veröffentlichten Werte für Nordrhein-Westfalen gestützt, die aus der »Periodischen Straßenverkehrszählung« vom Jahr 2021 stammen. Diese Straßenverkehrszählung findet bundesweit in der Regel alle fünf Jahre statt. Ursprünglich war die Erhebung für das Jahr 2020 vorgesehen, doch aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen wurde sie um ein Jahr verschoben. Erst nachdem sich die Verkehrsmengen auf den Straßen wieder einigermaßen dem üblichen Niveau angenähert hatten, erfolgte die Erfassung im Jahr 2021.
In Nordrhein-Westfalen wurden im Rahmen der Erhebung Verkehrsdaten an rund 7.000 Zählstellen auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen erfasst. Dabei kamen unterschiedliche Methoden zum Einsatz – von Dauerzählstellen mit Induktionsschleifen in der Fahrbahn über Radarsensoren bis hin zu Video- und manuellen Zählungen.
In Selm befinden sich die Zählstellen hier.

Zahlen mit Sternchen – aber neue sind unterwegs
Bei den Zahlen muss man aber bedenken: Zum einen wirkten sich die Folgen der Corona-Pandemie weiterhin auf das Mobilitätsverhalten aus. Homeoffice, eingeschränkte Veranstaltungen und veränderte Pendlerströme beeinflussten vielerorts die Verkehrsmengen. Zum anderen traf Nordrhein-Westfalen im Juli 2021 eine schwere Hochwasserkatastrophe. Zahlreiche Straßen wurden beschädigt oder zeitweise gesperrt, Umleitungen eingerichtet und Verkehrsströme verändert. Diese Ereignisse können sich lokal auf die gemessenen Werte ausgewirkt haben.
Straßen.NRW weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass die Verkehrsdaten des Jahres 2021 immer vor dem Hintergrund dieser besonderen Umstände betrachtet werden sollten!

Aktuell läuft übrigens bereits die nächste Zählung. Für Herbst 2026 werden die Ergebnisse in Aussicht gestellt, und das Beste (für mich) daran: die Daten liegen dann wieder in verschiedenen Formaten vor. Nicht nur in Texten und Tabellen, sondern auch in sogenannten Shape-Dateien, also Vektordaten. Und genau die sind ideal, wenn man eigene Landkarten basteln möchte! Dafür nutze ich das freie Programm QGIS, doch dazu mehr hier.
Die Daten des Landes geben natürlich noch viel mehr her. Über 300 Datensätze gibt es in der Tabelle je einzelnem Messpunkt. So ließe sich noch viel feiner auseinandernehmen, wie viel Verkehr auf LKW, Busse, Zweiräder, etc. entfällt. Unterschiede zwischen Werktags (sogar einzelne Wochentage) und Wochenende darstellen oder sogar für Sonn- und Feiertage – und alles nochmal einzeln aufgeteilt in beiden Fahrtrichtungen.
