
Bevor meine Roman-Figuren im Münsterland des Jahres 1907 sprechen dürfen, müssen sie zunächst einen richtigen Namen erhalten. Vielmehr: einen »authentischen« Namen. Ein Kevin im Jahr 1907? Eher unwahrscheinlich…
Inspiration hole ich mir dafür beispielsweise in einem Kirchenbuch von 1865 – geschrieben in deutscher Kurrentschrift (die ich leider nur rudimentär lesen kann).
Zeile für Zeile steht dort streng geordnet: Name des Kindes, Geburtsdatum und -uhrzeit, ehelich oder nicht,
Beruf und Name des Vaters, Name der Mutter, Tauftermin, Taufpaten.
Sehr oft gibt es dort Namen wie Heinrich, Wilhelm, Maria, Elisabeth… und gerade im katholischen Münsterland oft auch zahlreich aneinander gereit (z.B. Bernhard Wilhelm Josef).
Das ist doch eine gute Inspiration – und ein Charakter, der 1871 geboren wurde, wäre im Roman 36 Jahre alt. Vielleicht also einen Wilhelm Bernhard? 😉