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	<title>André &#8211; André Walter</title>
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	<title>André &#8211; André Walter</title>
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	<item>
		<title>Der Steiger kommt im Mai nach Brambauer(Lesung)</title>
		<link>https://andre-walter.de/der-steiger-kommt-im-mai-nach-brambauer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 May 2026 18:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der heutigen Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Bergbau]]></category>
		<category><![CDATA[Brambauer]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Minister Achenbach]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute einmal in eigener Sache: Am Donnerstag, den 28. Mai 2026, lade ich herzlich zu einer ganz persönlichen Autorenlesung aus meinem Buch »Der Steiger kam am ersten Mai« in die Bürgerbücherei Brambauer ein. An dem Abend lese ich aber nicht nur einige Kapitel aus dem Buch, sondern bringe auch noch viele Fotos und weitere Erinnerungen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute einmal in eigener Sache:</p>



<p>Am <strong>Donnerstag, den 28. Mai 2026</strong>, lade ich herzlich zu einer ganz persönlichen Autorenlesung aus meinem Buch »<a href="https://andre-walter.de/der-steiger-kam-am-ersten-mai/" data-type="page" data-id="560"><strong><em>Der Steiger kam am ersten Mai</em></strong></a><em>«</em> in die Bürgerbücherei Brambauer ein.</p>



<p>An dem Abend lese ich aber nicht nur einige Kapitel aus dem Buch, sondern bringe auch noch viele Fotos und weitere Erinnerungen mit. Passende Relikte aus meiner Familie und Zeche Minister Achenbach runden den Vortrag ab, darunter Grubenlampen, Kohle, Schilder. Am Ende singen wir selbstverständlich noch das Steigerlied. Kommen Sie vorbei, lauschen Sie Erzählung und Anektdoten und bringen Sie gerne eigene Erinnerungen mit!</p>



<p><strong>Anmeldung:</strong> Bitte vorab über die vhs Lünen anmelden (<strong><a href="https://www.vhs-luenen.de/programm/kurs/Lesung-Der-Steiger-kam-am-ersten-Mai/BD1231">https://www.vhs-luenen.de/programm/kurs/Lesung-Der-Steiger-kam-am-ersten-Mai/BD1231</a>)</strong></p>



<p><strong>Wann:</strong> Donnerstag, 28. Mai 2026 | 18:00 – 19:30 Uhr</p>



<p><strong>Wo:</strong> Bürgerbücherei Brambauer (Yorckstraße 19, 44536 Lünen)</p>



<p><strong>Eintritt:</strong> Frei!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="709" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/bergbau_accesoires-1024x709.jpg" alt="" class="wp-image-1212" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/bergbau_accesoires-1024x709.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/bergbau_accesoires-300x208.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/bergbau_accesoires-768x532.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/bergbau_accesoires-1536x1064.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/bergbau_accesoires.jpg 1559w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img decoding="async" width="724" height="1024" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/2604_A3_Plakat_Autorenlesung_-Andre_Walter-1-724x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1213" style="width:950px;height:auto" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/2604_A3_Plakat_Autorenlesung_-Andre_Walter-1-724x1024.jpg 724w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/2604_A3_Plakat_Autorenlesung_-Andre_Walter-1-212x300.jpg 212w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/2604_A3_Plakat_Autorenlesung_-Andre_Walter-1-768x1086.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/2604_A3_Plakat_Autorenlesung_-Andre_Walter-1-1086x1536.jpg 1086w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/2604_A3_Plakat_Autorenlesung_-Andre_Walter-1-1448x2048.jpg 1448w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/2604_A3_Plakat_Autorenlesung_-Andre_Walter-1-scaled.jpg 1810w" sizes="(max-width: 724px) 100vw, 724px" /></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Selms neue Busverbindungen ab Mai 2026</title>
		<link>https://andre-walter.de/selms-neue-busverbindungen-ab-mai-2026/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 May 2026 19:21:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der heutigen Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Karten]]></category>
		<category><![CDATA[Bus]]></category>
		<category><![CDATA[Karte]]></category>
		<category><![CDATA[Selm]]></category>
		<category><![CDATA[VKU]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum 25. Mai 2026 tritt der neue Nahverkehrsplan der VKU in Kraft. Die altbekannten Linien R19 und D19 verschwinden, dafür kommt das neue X- und Y-Liniensystem der VKU nach Selm und bringen eine Direktverbindung nach Werne. X und Y? Was ein wenig nach einer alten Sendung von Eduard Zimmermann klingt, ist ein neues Konzept für [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Zum 25. Mai 2026 tritt der neue Nahverkehrsplan der VKU in Kraft. Die altbekannten Linien R19 und D19 verschwinden, dafür kommt das neue X- und Y-Liniensystem der VKU nach Selm und bringen eine Direktverbindung nach Werne</strong>.</p>



<p>X und Y? Was ein wenig nach einer alten Sendung von Eduard Zimmermann klingt, ist ein neues Konzept für den gesamten Nahverkehr im Kreis Unna:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1005" height="1024" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Selm_neue_Buslinien_ab_2026-05-1-1005x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1195" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Selm_neue_Buslinien_ab_2026-05-1-1005x1024.jpg 1005w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Selm_neue_Buslinien_ab_2026-05-1-295x300.jpg 295w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Selm_neue_Buslinien_ab_2026-05-1-768x782.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Selm_neue_Buslinien_ab_2026-05-1-1508x1536.jpg 1508w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Selm_neue_Buslinien_ab_2026-05-1.jpg 1822w" sizes="(max-width: 1005px) 100vw, 1005px" /></figure>



<p><strong>Die X-Linien</strong> verbinden zentrale Punkte im Kreis Unna auf direktem Weg, orientieren sich an der Geschwindigkeit des Autoverkehrs und schließen schienenferne Orte an das Bahnnetz an. Das geht in die Richtung der bisherigen Direktbusse, ist aber noch flotter, da nur noch zentrale Haltestellen bedient werden. </p>



<p>In Selm beginnt die Linie<strong> X9</strong>: Sie startet am <strong>Bahnhof Beifang</strong> und fährt über das Selmer Zentrum (Haltestellen Schulzentrum und Kamphaus) sowie Bork (Amtshaus) und Cappenberg (Kreuzkamp) nach Werne. Bislang gab es keine durchgehende Linie nach Werne, eher nach Bedarf bzw. vorallem im Schülerverkehr. Hier zeigt sich schon die Beschleunigung, denn es werden in Selm, Bork und Cappenberg eben auch nur die vier genannten Haltestellen angefahren. Alles dazwischen wird nicht bedient. Von Werne führt die X9 weiter über Bergkamen bis nach Kamen</p>



<p><strong>Die Y-Linien</strong> bildet das dazugehörige Erschließungsnetz. Diese Linien dienen als lokale Zu- und Abbringer, die Wohngebiete und Stadtteile flächig abdecken und die Fahrgäste zu den zentralen Knotenpunkten oder Bahnhöfen transportieren. Regionallinien tragen dabei dreistellige Nummern, örtliche Linien zweistellige Nummern.</p>



<p>Für Selm bedeutet das: ab dem 25. Mai werden aus R19/D19  die Regionalinien 210 und 211, ergänzt um die örtliche Linie 10. Die gewohnten Verbindungen nach Lünen und Lüdinghausen werden neu aufgeteilt und sind nur zum Teil identisch mit den beiden Vorläufern:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Regionallinie 211:</strong> Sie übernimmt die die bisherige Strecke Selm Bahnhof – Bork – Lünen ZOB. Es ist ein grober Ersatz für die R19/D19, denn die neue Route konzentriert sich stärker auf die Hauptverkehrszeiten. Im Gegensatz zur alten R19, führt die neue Strecke auch <strong>nicht mehr über Cappenberg</strong>, sondern direkt nach Lünen, wie einst die D19. Doch ab der Stadtgrenze gibt es Änderungen, denn die 221 folgt in nicht mehr der Borker Straße wie die D19, sondern führt über Laakstraße und Cappenberger Straße. Einerseits <strong>entfällt dadurch leider der wichtige Halt am Marienhospital</strong>, andererseits ist die Führung durch Nordlünen »entschlackter«. Die Fahrtzeit verkürzt sich dadurch. <strong>Zudem wird die Linie ab dem ZOB noch bis ins Geistviertel verlängert (Ersatz für die alte Linie 118), wer von Selm dorthin will, kann also einfach sitzen bleiben.</strong> Zudem wird die Weiterführung nach Lüdinghausen jetzt nur noch teilweise bedient; hier ist das Angebot eingeschränkter. <br><br></li>



<li><strong>Regionallinie 210:</strong> Diese Linie übernimmt die Anbindung von Cappenberg an den Lüner ZOB. Also den Part, den die R19 früher übernahm, aber ab Mai dann auch hier: direkt zum ZOB. Ohne Umwege und somit annähernd dieselbe Route, die man auch mit dem PKW fahren würde. Wobei, nicht ganz. Neu ist hier die Haltestelle Rosenstraße und eben der Umstand, dass diese Linie wirklich nur Cappenberg mit Lünen verbindet, und sonst nichts. <br><br></li>



<li><strong>Stadtlinie 10</strong>: Sie beginnt am Bahnhof Beifang, der bislang ja nicht regulär angefahren wurde. Die Route führt über die neue Haltstelle Campus Süd (Sunshine/Turnhalle) durch das Dorf und Werner Straße, und folgt dann größtenteils auf der Kreisstraße wieder der alten R19-Streckenführung bis nach Cappenberg, wo Endstation ist. <br><br></li>



<li>Ergänzt wird das Angebot noch um die <strong>»Linie auf Bestellung« 319:</strong> Bahnhof Selm – Bork – Cappenberg – Werne-Langern – Varnhövel – Werne, Stadthaus. Diese Linie ist nicht im Plan oben eingezeichnet, das sie nur nach telefonischer Anmeldung fährt. </li>
</ul>



<p></p>



<p><strong>Knotenpunkt Bahnhof Selm-Beifang</strong><br>Der Bahnhof Beifang gewinnt durch den neuen Plan an sehr an Bedeutung. Er fungiert künftig als Verknüpfungspunkt zwischen der Regionalbahn 51 und der neuen X9 bzw. der Stadtlinie 10. Wer aus dem Zug steigt, hat dort künftig den direkten Anschluss Richtung Werne und in weite Teile des Stadtgebietes. Zudem wird der Bahnhof auch zur sogenannten »Mobilstation«, einem neuen Angebot in NRW für »die letzte Meile«. Das bedeutet, hier werden alle möglichen Leistungen rund um Mobiliät nochmal gebündelt und verknüpft. (mehr dazu auf der <a href="https://www.mobil.nrw/verbinden/vernetzt-mobil-dank-mobilstationen.html" data-type="link" data-id="https://www.mobil.nrw/verbinden/vernetzt-mobil-dank-mobilstationen.html">Internetseite der Mobilstationen NRW</a>)</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="773" height="1024" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/mobilstation-nrw-sandforterweg-selm-773x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1200" style="width:905px;height:auto" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/mobilstation-nrw-sandforterweg-selm-773x1024.jpg 773w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/mobilstation-nrw-sandforterweg-selm-226x300.jpg 226w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/mobilstation-nrw-sandforterweg-selm-768x1018.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/mobilstation-nrw-sandforterweg-selm.jpg 815w" sizes="auto, (max-width: 773px) 100vw, 773px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="514" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/mobilstation_Bahnhof_Beifang_Selm-1024x514.jpg" alt="" class="wp-image-1206" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/mobilstation_Bahnhof_Beifang_Selm-1024x514.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/mobilstation_Bahnhof_Beifang_Selm-300x151.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/mobilstation_Bahnhof_Beifang_Selm-768x385.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/mobilstation_Bahnhof_Beifang_Selm-1536x771.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/mobilstation_Bahnhof_Beifang_Selm-2048x1028.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Neu ist auch: Haltestellen, die nur bei Bedarf oder unregelmäßig angefahren werden, haben jetzt keinen Aushangfahrplan mehr. Lediglich ein QR-Code weist auf Näheres hin:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="912" height="1024" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/fahrplan-qr-vku-912x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1196" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/fahrplan-qr-vku-912x1024.jpg 912w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/fahrplan-qr-vku-267x300.jpg 267w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/fahrplan-qr-vku-768x862.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/fahrplan-qr-vku.jpg 962w" sizes="auto, (max-width: 912px) 100vw, 912px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Meine <strong>Gedanken als Busnutzer zum neuen Plan</strong></h3>



<p><strong>Nachdem ich selbst viele Jahre die Linie R19/D19 für meinen Arbeitsweg genutzt habe, fallen mir einige Punkte dazu ein. </strong><br><strong>Ab hier also meine sehr persönliche Meinung als »Kunde«:</strong></p>



<p>Grundsätzlich ist der Plan für Selm solide und hat viele neue Ansätze, die mir gefallen. Darunter die Anbindung des Beifanger Bahnhofs, die Haltstelle am Campus, die Direkverbindung von Cappenberg nach Lünen und die Expresslinie nach Werne auch. Insgesamt wirkt Selm besser angeschlossen. <strong>Vorallem die Aufwertung des Beifanger Bahnhof finde ich richtig gut!</strong></p>



<p>Darüber hinaus:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Schade (aber nachvollziehbar) finde ich, dass der <strong>Bahnhof Bork nicht in die Linie 10 integriert werden kann.</strong>  Das hätte zwar die Anbindung ins Dorfzentrum ermöglicht, nur sind die Gründe vielfältig, die dagegen sprechen. Einerseits die Bahnzeiten: Denn wenn man unterstellt, dass es schon am Bahnhof Beifang passen mussen, dann wäre das in Bork nur mit langen Wartezeiten möglich gewesen (schließlich liegen ja nur 2-3 Minuten Bahnfahrtzeit zwischen den Bahnhöfen). Bringt ja auch nichts, wenn der Bus 30 Minuten nach dem Zug in Bork kommt. Möglicherweise ist die Bahnhofstraße/Hauptstraße aber auch schlicht zu eng für einen Bus; gerade im Bereich der Kirche ist mit dem PKW schon eng. Und Donnerstag ist die Straße auch noch stundenweise für den Wochenmarkt gesperrt. <br><br></li>



<li><strong>Für die Linie 211 sehe ich wirklich verschenktes Potenzial, dass sie ab dem Amtshaus Bork ähnlich der alten D19 nach Lünen fährt. Hier wäre eine Route über Alstedde nach Lünen meiner Einschätzung nach ein großer Gewinn geworden. </strong> Dadurch hätte zum Beispiel das LAFP angebunden werden können, das bislang nicht im Netz ist; ebenso den Bereich Fasenstraße/Heidestraße. Zudem wäre Alstedde auch mal in die andere Richtung an die Welt angeschlossen und nicht nur nach Lünen. Das wäre ja zumindest bis zu dem Tag interessant gewesen, bis Alstedde den Bahnhalt der RB51 zwischen Selm und Lünen erhält (irgendwann nach 2030&#8230;). Zu guter letzt hätte man damit <strong>weiterhin das St. Marien-Hospital in Lünen direkt mit Selm verbunden gehabt.</strong> Das finde ich sogar den wichtigsten Punkt, denn (in meiner nicht repräsentativen Einschätzung) war die Haltestelle viel genutzt von ambulanten Patienten, Besuchern und Beschäftigten. Die müssen jetzt am ZOB in den Bus nach Alstedde wieder umsteigen. Vielleicht sind hier der limitieren Faktor aber auch ganz simpel die 4 Meter Durchfahrtshöhe der Eisenbahnbrücke (Waltroper Straße). Gut möglich, dass da gar kein Bus drunter her passt?<br><br></li>



<li><strong>Als Gewinn sehe ich, dass die Linien 210 und 211 jetzt die Cappenberger Straße direkt zum ZOB runter rollen.</strong> Die bisherigen Schlenker durch Nordlünen habe ich nie verstanden. Zumindest seit dem Tag, seitdem große Gelenkbusse im Einsatz sind, war mir dieses Durchzwängen durch die Hans-Böckler-Straße immer ein Unverständnis. Wie oft der Bus in Milimeterarbeit sich zwischen Autos und Mülltonnen bewegen musste&#8230;.und das machte diese Route im Vergleich zum PKW auch wirklich unattraktiv. Besonders, wenn man das Ziel (den ZOB) schon in Sichtweite hatte, der Bus aber kaum von der Ernst-Bäcker-Straße dorthin kam, weil sich der Verkehr auf der Hauptstraße staute. Das wird nun leichter, wenn der Bus schon auf der Hauptstraße ist. <br><br></li>



<li><strong>Bezüglich der Linie X9 bin ich hin und hergerissen</strong>&#8230; Die Anbindung nach Werne ist vom Grunsatz bestens und nötig. Ich frage mich aber auch, <strong>ob es nicht ein Versuch Wert gewesen wäre, die Linie direkt nach der Haltestelle Kamphaus nach Werne zu führen</strong>. Also nicht über Bork und nicht über Cappenberg. Denn damit hätte sich die Chance auf eine Haltstelle im Industriegebiet ergeben, welches auch im neuen Plan überhaupt nicht angebunden ist. Ich schätze, dass dies mit dem Schülerverkehr von Bork und Cappenberg nach Werne zu tun hat bzw. die Bedarfsanalyse der VKU eben viele Fahrgäste auch aus Bork sieht. <br><br></li>



<li>Im Gegenzug wäre eine <strong>Weiterführung der X9 vom Bahnhof Beifang nach Olfen</strong> sicher auch eine Option gewesen. Im Grunde sogar, wenn man das jetzt in einem größeren Maßstäb über die Verkergesellschaften/-Verbünde hinaus denken würde, wäre damit eine direkte Schnellverbindung Haltern &#8211; Olfen &#8211; Selm &#8211; Werne &#8211; Hamm möglich gewesen. Also genau quer zu den drei Bahnlinien nach Münster. Aber das wäre wohl zu viel Wunschdenken und da muss man realistisch sagen: es wären nicht nur die Kosten, sondern auch fünf Städte, zwei Kreise und zwei Bezirksregierungen, die man da unter einen Hut bringen müsste.  Unrealistisch, doch manchmal muss man sich vielleicht etwas Großes wünschen, damit wenigstens etwas Kleines dabei heraus kommt? 😉</li>
</ul>



<p><strong>Alle Angaben basieren auf eigene Recherche, allerdings ohne Gewähr. Bei mehr Interesse, finden sich hier die Pläne aller Kommunen im Kreis Unna: </strong><a href="https://www.vku-online.de/liniennetzplaene/"><strong>https://www.vku-online.de/liniennetzplaene/</strong></a>  <strong>sowie die Fahrplanauskunft: <a href="https://www.vku-online.de/fahrt-planen/fahrplanauskunft/">https://www.vku-online.de/fahrt-planen/fahrplanauskunft/</a></strong></p>



<p></p>



<p></p>



<p></p>



<p></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="613" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/vku-neue-linienfuehrung-schilder-1024x613.jpg" alt="" class="wp-image-1197" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/vku-neue-linienfuehrung-schilder-1024x613.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/vku-neue-linienfuehrung-schilder-300x180.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/vku-neue-linienfuehrung-schilder-768x460.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/vku-neue-linienfuehrung-schilder-1536x920.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/vku-neue-linienfuehrung-schilder.jpg 1804w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Damit die Busse den neuen Routen folgen, hängen schon Schilder überall in Selm</figcaption></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Roman-Recherche 11: Von der Sedanstraße und alten Veteranen</title>
		<link>https://andre-walter.de/roman-recherche-11-von-der-sedanstrasse-und-alten-veteranen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 May 2026 12:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte(n) zwischen Lünen und Selm]]></category>
		<category><![CDATA[Recherche für Historienroman 1907]]></category>
		<category><![CDATA[1870/71]]></category>
		<category><![CDATA[Lünen]]></category>
		<category><![CDATA[Straßennamen]]></category>
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					<description><![CDATA[Drei alte Männer sitzen vor der Kamera: weiße Bärte, dunkle Anzüge, Orden auf der Brust. Im Jahr 1907, der Zeit meines Historienromans, liegt der Krieg, in dem sie kämpften schon drei Jahrzehnte zurück. Aber seine Spuren und Erinnerungen sind damals noch überall im Alltag präsent, selbst in einem kleinen Münsterländer Dorf. Besonders spannend: Diese Spuren [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Drei alte Männer sitzen vor der Kamera: weiße Bärte, dunkle Anzüge, Orden auf der Brust. Im Jahr 1907, d<a href="https://andre-walter.de/recherche-fuer-meinen-historischen-roman/" data-type="post" data-id="952">er Zeit meines Historienromans</a>, liegt der Krieg, in dem sie kämpften schon drei Jahrzehnte zurück. Aber seine Spuren und Erinnerungen sind damals noch überall im Alltag präsent, selbst in einem kleinen Münsterländer Dorf. </strong><br><br><strong>Besonders spannend: Diese Spuren sind sogar heute, im Jahr 2026, noch da: auf einem unscheinbaren Straßenschild Namens »Sedanstraße« in Lünen und vielen anderen Städten. </strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/2282-Veteranen-deutsch-franzoesischer-Krieg-1870-71-um-1928-Foto-unbekannt.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="667" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/2282-Veteranen-deutsch-franzoesischer-Krieg-1870-71-um-1928-Foto-unbekannt-1024x667.jpg" alt="" class="wp-image-1156" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/2282-Veteranen-deutsch-franzoesischer-Krieg-1870-71-um-1928-Foto-unbekannt-1024x667.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/2282-Veteranen-deutsch-franzoesischer-Krieg-1870-71-um-1928-Foto-unbekannt-300x195.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/2282-Veteranen-deutsch-franzoesischer-Krieg-1870-71-um-1928-Foto-unbekannt-768x500.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/2282-Veteranen-deutsch-franzoesischer-Krieg-1870-71-um-1928-Foto-unbekannt-1536x1000.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/2282-Veteranen-deutsch-franzoesischer-Krieg-1870-71-um-1928-Foto-unbekannt.jpg 1659w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Veteranen 1928, Unbekannter Fotograf (Quelle: Stadtarchiv Lünen)</figcaption></figure>



<p>Wenn man in die Gesichter dieser drei Männer blickt, sieht man weit mehr als nur alte Veteranen. Das Foto, aufgenommen im Lünen des Jahres 1928, zeigt, wie sie im hohen Alter noch einmal ihren »Sonntagsstaat« angelegt haben. Die dunklen Anzüge sitzen tadellos, die Bärte sind akkurat gestutzt. Zu der Zeit war der <strong>Deutsch-Französische Krieg von 1870/71</strong> bereits 51 Jahre vergangen. </p>



<p>Als sie in diesen Krieg zogen, waren sie junge Männer. Und als dieses Foto entstand, hatten sie ein halbes Jahrhundert Leben hinter sich. Alle drei Männer tragen auf dem Foto eine Mischung aus Kriegsdenkmünzen, Veteranenauszeichnungen und vermutlich Vereinszeichen. Denn viele ehemalige Teilnehmer des Krieges 1870/71 organisierten sich in Veteranenvereinen, die seit dem Jahr 1900 meist dem sogenannten <em>Kyffhäuserbund </em>(<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kyffh%C3%A4userbund">Wikipedia</a>) angehörten.</p>



<p>Wenn ich es richtig erkenne, tragen alle drei auch die  <em>Zentenarmedaille</em>, die 1897 von Kaiser Wilhelm an alle aktiven und ehemaligen, noch lebenden, Soldaten ausgeben wurde (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zentenarmedaille">siehe Wikipedia</a>). Aufgrund der gelb leuchtenden Farbe wurde die Medaille umgangssprachlich oft auch als »Zitronenorden« bezeichnet.</p>



<p>Genau solche Details helfen mir, authentische Charaktere und Details in meinen Roman einzubauen. Und zu diesen Details gehört auch ein zunächst ganz gewöhnliches Straßenschild im heutigen Lünen, das direkt in den Verbindung mit den drei Veteranen steht: die <strong>»Sedanstraße«</strong> </p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Sedanstraße</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/sedanstrasse_luenen_2026.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="546" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/sedanstrasse_luenen_2026-1024x546.jpg" alt="" class="wp-image-1159" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/sedanstrasse_luenen_2026-1024x546.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/sedanstrasse_luenen_2026-300x160.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/sedanstrasse_luenen_2026-768x409.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/sedanstrasse_luenen_2026-1536x819.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/sedanstrasse_luenen_2026.jpg 2026w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p>Das Foto zeigt das Schild der Sedanstraße im Mai 2026. Im Hintergrund ein Backsteinhaus aus der <em>Ziethensiedlung</em>, der bekannten Arbeitersiedlung der ehemaligen Zeche Preußen. Doch mit Bergbau hat »Sedan« gar nichts zu tun. Mit Preußen dagegen schon mehr. Vorallem aber mit: Frankreich!  <strong>Denn Sedan ist eine Stadt in Frankreich.</strong></p>



<p>Nur warum trägt eine Straße im Ruhrgebiet den Namen einer französischen Stadt? Warum tragen dutzende Straßen in Deutschland ebenfalls den Namen?</p>



<p>Die Antwort führt wieder in den Deutsch-Französischen Krieg: Am 1. und 2. September 1870 kam es bei Sedan zur entscheidenden Schlacht. Truppen aus Preußen und den verbündeten deutschen Staaten umzingelten die französische Armee. Dabei musste sich Kaiser Napoleon III. ergeben und geriet in Gefangenschaft. Militärisch war der Krieg damit zwar längst nicht entschieden, doch <strong>die Schlacht von Sedan wurde zum Symbol von Stärke und Einigkeit der deutschen Truppen, die Seite an Seite mit Preußen gegen Frankreich kämpften. </strong></p>



<p>Nach der endgültigen Kapitulation Frankreichs wurde schließlich am 18.01.1871 der preußische König Wilhelm I im Spiegelsaal von Versailles zum Kaiser ausgerufen: das Deutsche Reich war damit gegründet. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/A_v_Werner_-_Kaiserproklamation_am_18_Januar_1871_3._Fassung_1885.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="758" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/A_v_Werner_-_Kaiserproklamation_am_18_Januar_1871_3._Fassung_1885-1024x758.jpg" alt="" class="wp-image-1168" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/A_v_Werner_-_Kaiserproklamation_am_18_Januar_1871_3._Fassung_1885-1024x758.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/A_v_Werner_-_Kaiserproklamation_am_18_Januar_1871_3._Fassung_1885-300x222.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/A_v_Werner_-_Kaiserproklamation_am_18_Januar_1871_3._Fassung_1885-768x568.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/A_v_Werner_-_Kaiserproklamation_am_18_Januar_1871_3._Fassung_1885.jpg 1482w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Von Anton von Werner &#8211; Museen Nord / Bismarck Museum: Picture, Gemeinfrei, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2481294">https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2481294</a></figcaption></figure>



<p>Doch eine Schwierigkeit gab es damals: es gab keinen allgemein akzeptierten Nationalfeiertag, mit dem alle Teile des Reiches einverstanden waren. Einige bevorzugten neben Sedan die Kaiserproklamation als Datum, andere den Friedensschluss (dazu später noch mehr).</p>



<p>In Preußen setzten sich vielerorts der Sedantag durch. Der 2. September erinnerte somit an den Sieg, an die Reichseinigung und an die gemeinsame Kriegserfahrung aller Deutschen. Zwar war er nie offizieller Nationalfeiertag, wurde aber de facto zu einem wichtigen Gedenktag.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/SedanBrandenburgerTor.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="618" height="412" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/SedanBrandenburgerTor.jpg" alt="" class="wp-image-1169" style="width:944px;height:auto" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/SedanBrandenburgerTor.jpg 618w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/SedanBrandenburgerTor-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 618px) 100vw, 618px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Von »Scanned by Immanuel Giel &#8211; Bismarck. Des eisernen Kanzlers Leben in annähernd 200 seltenen Bildern nebst einer Einführung. Herausgegeben von Walter Stein. Im Jahre des 100. Geburtstags Bismarcks und des großen Krieges 1915«. Hermann Montanus, Verlagsbuchhandlung Siegen und Leipzig, Gemeinfrei, <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=129291">https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=129291</a></figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Sedan wurde gefeiert &#8211; aber nicht (mehr) von allen</h2>



<p>Letzlich wurde in weiten Teilen des Reiches Sedan gefeiert. Es gab Festzüge, Musik, Reden, Illuminationen, Schulfeiern, Fahnen, Schützenwettbewerbe und Vereinsabende. Oft fand die Feier auch am ersten Wochenende des Septembers statt. </p>



<p>In Lünen war dies ebenso. So fand ich beispielsweise in der <em>Lüner Zeitung</em> vom 05. September 1908 den Aufruf zur »Sedanfeier« des Krieger- und Landwehr-Vereins am Folgetag. Diese Anzeige verrät viel über das Selbstverständnis des Vereins. Pünktlich um »½3 Uhr«– also um 14:30 Uhr – hieß es: Antreten! Und zwar beim Vorsitzenden A. Potthoff persönlich.</p>



<p><em>(Wenn ich in das <a href="https://andre-walter.de/roman-recherche-10-wenn-jeder-mit-seinem-beruf-im-adressbuch-steht/" data-type="post" data-id="1072">Adressbuch von 1907</a> schaue, könnte es sich um den Fabrikbesitzer Alfred Potthoff als Vorsitzenden handeln. Er wohnte damals in der Dortmunder Straße 22.)</em></p>



<p>Dabei gab es einen interessanten Anreiz für die Kameraden: Wer pünktlich zum Antreten erschien, zahlte für drei Schuss beim Preisschießen nur 30 Pfennig. Diejenigen, die erst später direkt zum Schützenplatz kamen, mussten mit 50 Pfennigen deutlich tiefer in die Tasche greifen. Disziplin und das geschlossene Auftreten im Festzug wurden also direkt belohnt. Man wollte offenbar eben ein ordentliches Bild abgeben, wenn man durch die Straßen Lünens zum Schützenplatz marschierte.</p>



<p>Nach dem offiziellen Teil mit Konzert und Schießen folgte dann der gesellige Abschluss: die Preisverteilung im Vereinslokal und anschließend einem Ball. Gerade diese Mischung aus militärischem Drill (Antreten und Preisschießen unter dem Eisernen Kreuz und dem preußischen Adler) und dem anschließenden Tanzvergnügen fängt die Atmosphäre dieser Zeit gut ein. Und genau solche kleinen Details wie der »Pünktlichkeits-Rabatt« von 20 Pfennigen machen die Charaktere in meinem Roman lebendig: War mein Protagonist einer derjenigen, die strammstanden, um zu sparen, oder gehörte er zu den »Gelangweilten« die lieber später dazu stießen?</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/sedanfeier_luenen_1908.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="767" height="864" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/sedanfeier_luenen_1908.jpg" alt="" class="wp-image-1162" style="aspect-ratio:0.887727664896087;width:727px;height:auto" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/sedanfeier_luenen_1908.jpg 767w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/sedanfeier_luenen_1908-266x300.jpg 266w" sizes="auto, (max-width: 767px) 100vw, 767px" /></a></figure>



<p></p>



<p>Zwischendurch wird sich vermutlich einmal für ein Gruppenfoto zusammengefunden, wobei dieses Bild hier von 1905 stammt:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/267-Krieger-und-Landwehr-Verein-Nordluenen-um-1905-Foto-unbekannt.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="498" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/267-Krieger-und-Landwehr-Verein-Nordluenen-um-1905-Foto-unbekannt-1024x498.jpg" alt="" class="wp-image-1163" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/267-Krieger-und-Landwehr-Verein-Nordluenen-um-1905-Foto-unbekannt-1024x498.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/267-Krieger-und-Landwehr-Verein-Nordluenen-um-1905-Foto-unbekannt-300x146.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/267-Krieger-und-Landwehr-Verein-Nordluenen-um-1905-Foto-unbekannt-768x374.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/267-Krieger-und-Landwehr-Verein-Nordluenen-um-1905-Foto-unbekannt-1536x748.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/267-Krieger-und-Landwehr-Verein-Nordluenen-um-1905-Foto-unbekannt-2048x997.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Krieger- und Landwehrverein Nordlünen, 1905 (Foto: Stadtarchiv Lünen)</figcaption></figure>



<p>Allerdings: viele junge Männer kannten den Krieg nur noch aus Erzählungen. Die Begeisterung früherer Jahrzehnte klang mit der Zeit immer weiter ab; mehr und mehr Veteranen verstarben. Aus der reinen Siegesfeier wurde zunehmend ein allgemeiner Reichsgedenktag.</p>



<p>Gleichzeitig nahm mit jedem Jahr die Selbstverständlichkeit der Feiern ab. Man feierte zwar weiter – aber nicht mehr mit dem Pathos wie am Anfang, sondern mehr aus Gewohnheit. </p>



<p>Überhaupt waren Sedanfeiern damals von Anfang an auch umstritten. Viele Katholiken lehnten den Sedantag ab, vor allem wegen des <em>Kulturkampfs</em> (siehe <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturkampf_in_Preu%C3%9Fen_und_im_Deutschen_Reich">Wikipedia</a>). Die Sozialdemokraten kritisierten dagegen den antifranzösischen und militaristischen Ton vieler Feiern und waren aufgrund des <em>Sozialistengesetzes </em>(siehe <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistengesetz">Wikipedia</a>) ablehnend. Das ist wiederum auch ein interessantes Detail mit Blick auf den heranziehenden, ersten Weltkrieg: manche Kreise waren der Ansicht, es müsse auch mal genug sein mit der jährlichen Demütigung des Nachbarn, um Revanchismus zu verhindern. Erst recht, als um 1900 deutsche und französiche Truppen gemeinsam mit anderen europäischen Staaten im <em>Boxerkrieg </em>gegen China kämpften. </p>



<p>In Bayern bevorzugte man dagegen andere Erinnerungsdaten und -Anlässe; Elsaß-Lothringen wollte zudem Rücksicht auf seine französischen Bewohner nehmen.  Ein wirklich von allen im Reich getragenes Nationalfest wurde der Sedantag also nie. </p>



<p>In Lünen aber wurde er gefeiert. Und so standen dann am Schützenplatz vielleicht auch Skeptiker und Gelangweilte. Viele Gewohnheitsgäste und alte Kameraden. Aber vielleicht auch junge Männer, die zwar ihren Militärdienst geleistet hatten, aber mit dem großen Krieg von damals nichts anfangen konnten.</p>



<p>Gruppenbilder jener Zeit von Lüner Krieger- und Landwehrvereinen zeigen Männer mit Schnurrbärten, dunklen Jacken, Mützen und Orden. Reihenweise sitzen sie vor Gasthäusern oder Vereinslokalen (die Orte sind weder benannt noch erkenne ich sie). Manche tragen ihre Auszeichnungen sichtbar, manche fast beiläufig. </p>



<p>Worüber die Männer wohl damals geredet haben, kann ich nur spekulieren. Gab es Kalauer, lustige Anekdoten über den Krieg oder bedauerten sie eher gefallene Kameraden, ihr Alter oder sogar fehlende Disziplin im Zivilleben? Worüber wurde vielleicht auch geschwiegen?</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="485" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/269-Krieger-und-Landwehr-Verein-Nordluenen-um-1905-Foto-unbekannt-1024x485.jpg" alt="" class="wp-image-1164" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/269-Krieger-und-Landwehr-Verein-Nordluenen-um-1905-Foto-unbekannt-1024x485.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/269-Krieger-und-Landwehr-Verein-Nordluenen-um-1905-Foto-unbekannt-300x142.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/269-Krieger-und-Landwehr-Verein-Nordluenen-um-1905-Foto-unbekannt-768x364.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/269-Krieger-und-Landwehr-Verein-Nordluenen-um-1905-Foto-unbekannt-1536x728.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/269-Krieger-und-Landwehr-Verein-Nordluenen-um-1905-Foto-unbekannt-2048x971.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Krieger- und Landwehrverein Nordlünen, 1905 (Foto: Stadtarchiv Lünen)</figcaption></figure>



<p></p>



<h2 class="wp-block-heading">Die letzten Spuren des Kaiserreiches </h2>



<p>Zumindest kam das Ende der Sedanfeiern abrupt: nach dem Ersten Weltkrieg musste Kaiser Wilhelm II. abdanken; das Kaiserreich ging in die Weimarer Republik über. Und dort war kaum Platz für die alten Helden und Siege, neben den Millionen Toten und Kriegsinvaliden und den wirtschaftlichen Folgen. Die Sedanfeste verschwanden in der Bedeutungslosigkeit. 1919 erklärte das Innenministerium der Weimarer Republik sogar offiziell, dass es keine Sedanfeiern mehr geben werde.</p>



<p>Auch auf den Lüner Straßenschildern wurde preußische Generäle und Adelige der Kaiserzeit durch andere ersetzt. So wurde etwa die Prinz-Friedrich-Karl-Straße in Rathenaustraße umbenannt (nach Walther Rathenau, dem 1922 verstorbenen linksliberalen Politiker).</p>



<p>Nach Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg war dann erst recht kein Platz mehr für den alten, preußischen Militarismus. In der neuen Bundesrepublik als auch in der DDR sowie den von Polen und der Sowjetunion besetzten Gebiete endete die Geschichte Preußens rechtlich wie faktisch. In der DDR wurden meines Wissens sämtliche Sedanstraßen umbenannt, sodaß sich heute in den östlichen Bundesländern keine einzige mehr finden dürfte. Aber auch Rheinland-Pfalz und das Saarland haben offenbar heute keine Sedanstraßen mehr, wie ich bei einer Abfrage von OpenStreetMap herausgefunden habe:</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/sedanstrassen-in-Deutschland.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="797" height="1024" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/sedanstrassen-in-Deutschland-797x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1160" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/sedanstrassen-in-Deutschland-797x1024.jpg 797w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/sedanstrassen-in-Deutschland-234x300.jpg 234w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/sedanstrassen-in-Deutschland-768x986.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/sedanstrassen-in-Deutschland.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 797px) 100vw, 797px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Sedanstraßen in Deutschland 2026. Eigene Darstellung auf Basis von: <strong>©</strong> OpenStreetMap und Mitwirkende (lizenziert unter <a href="https://opendatacommons.org/licenses/odbl/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ODbL</a>)“</figcaption></figure>



<p>In Lünen und über 60 anderen Städten Deutschlands hat die Sedanstraße dagegen die Zeit überdauert. Nur denkt vermutlich niemand mehr an die Schlacht von Sedan, wenn ihr Name auf dem Straßenschild auftaucht? Manche Straßennamen überleben eben den Zeitgeist, der sie einst hervorgebracht hat. Darum gibt es sie noch, die Sedanstraßen, die Bismarckstraßen, die Moltkestraßen &#8211; auch in Lünen.  Es sind Straßenschilder aus einer anderen Zeit – jene Kaiserzeit, über die ich in meinem Roman schreibe. </p>



<p><em>Dennoch muss man schon kritisch Anmerken, dass gerade heute, wo Deutschland und Frankreich Freunde und Bündnispartner sind, die Erinnerung an Sedan vielleicht noch weniger zeitgemäß ist als je zuvor. Immerhin gibt es seit 2009 ja sogar eine gemeinsame Deutsch-Französische Brigade mit knapp 9.000 Soldaten. </em></p>



<p>Übrigens, kurzer Einschub am Rande:  es gibt in Lünen-Süd, unweit der Sedanstraße, auch noch eine <em>Blücherstraße</em>. Die hat zwar nichts mit meinem Roman zu tun, hängt aber zusammen mit dem (heute kaum noch bekannten) Ausspruch:  »Der geht ran wie Blücher an der Katzbach!«. Doch in das Jahr 1813 springen wir ein anderes mal&#8230;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wertvolle Einblicke für meinen Roman</h2>



<p>Wie auch immer: in meinem Werk wird eine Sedanfeier Erwähnung finden und einige Veteranen werden ihren Auftritt bei einem Fest haben.  Natürlich schreibe ich nicht über genau diese drei Menschen vom ersten Foto (kenne ich doch leider nicht einmal ihre Namen) aber sie wirken als Romanvorlage stellvertretend für viele alte Soldaten dieser Zeit. </p>



<p>Die meisten von ihnen waren übrigens einfache Soldaten. Männer, die zuvor auf dem Acker standen oder in der Grube schufteten und nun jung in den Krieg zogen. Auf den Fotos aus Lünen sind sie Jahrzehnte später alte Männer mit Erinnerungen. Wie viele ihrer Kameraden im Krieg gefallen sind  oder bereits verstorben, lässt sich nicht sagen. </p>



<p><strong>In jedem Fall freue ich mich sehr über die mir, vom Stadtarchiv Lünen, zur Verfügung gestellten Bilder. Denn mein Roman lebt von Menschen und ihren Geschichten. Und manchmal, da wirkt die Vergangenheit stärker in die Gegenwart, als gedacht – und sei es nur auf einem Straßenschild mit den Worten »Sedan«</strong>.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="2560" height="1440" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/PXL_20260430_064310143-edited-1-scaled.jpg" alt="" class="wp-image-1182" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/PXL_20260430_064310143-edited-1-scaled.jpg 2560w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/PXL_20260430_064310143-edited-1-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/PXL_20260430_064310143-edited-1-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/PXL_20260430_064310143-edited-1-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/PXL_20260430_064310143-edited-1-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/PXL_20260430_064310143-edited-1-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/10447-Dortmund-Brechten-Krieger-Landwehrverein-1898F-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="412" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/10447-Dortmund-Brechten-Krieger-Landwehrverein-1898F-1024x412.jpg" alt="" class="wp-image-1166" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/10447-Dortmund-Brechten-Krieger-Landwehrverein-1898F-1024x412.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/10447-Dortmund-Brechten-Krieger-Landwehrverein-1898F-300x121.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/10447-Dortmund-Brechten-Krieger-Landwehrverein-1898F-768x309.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/10447-Dortmund-Brechten-Krieger-Landwehrverein-1898F-1536x618.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/10447-Dortmund-Brechten-Krieger-Landwehrverein-1898F-2048x824.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Der Krieger &amp; Landwehrverein von Dortmund-Brechten, aufgenommen 1898. (Quelle: Stadtarchiv Lünen)</figcaption></figure>



<p></p>



<p></p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Roman-Inspiration: Den Kirchturm hinauf</title>
		<link>https://andre-walter.de/roman-inspiration-den-kichturm-hinauf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2026 20:22:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte(n) zwischen Lünen und Selm]]></category>
		<category><![CDATA[Recherche für Historienroman 1907]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Selm]]></category>
		<category><![CDATA[St. Ludger]]></category>
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					<description><![CDATA[2014 erfüllte sich für mich ein alter Wunsch: Den Kirchturm der Ludgerikirche hinaufsteigen und den Blick über Selm genießen. Denn ich wollte wissen, wie sich meine Stadt von dort oben anfühlt, wie der Ausblick von dort ist. Am Ende hat mich dieser Aufstieg so sehr beeindruckt, dass ich ihn auch zwölf Jahre später unbedingt in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>2014 erfüllte sich für mich ein alter Wunsch: Den Kirchturm der Ludgerikirche hinaufsteigen und den Blick über Selm genießen. Denn ich wollte wissen, wie sich meine Stadt von dort oben anfühlt, wie der Ausblick von dort ist.  Am Ende hat mich dieser Aufstieg so sehr beeindruckt, dass ich ihn auch zwölf Jahre später unbedingt in meinem <a href="https://andre-walter.de/category/roman-arbeit/" data-type="category" data-id="7">historischen Roman</a> einbauen möchte. </strong></p>



<p>Meine Romanhandlung spielt  im Jahr 1907 – genau dem Jahr, in dem die Ludgerikirche gebaut wurde. Doch es geht mir gar nicht um das Gebäude selbst. Die neugotische Backsteinfassade steht nicht Pate für meine fiktive <em>»St. Anna-Kirche«</em> im Roman, denn die kleine Dorfkirche sieht anders aus. <strong>Es ist vielmehr der Aufstieg, der mich nicht loslässt</strong>: Das Knarren des alten Schlüssels im Schloss, das Schwanken der Holzleiter, der Moment, in dem sich der Blick auf das Dorf öffnet. Das sind die Bilder aus einer alten Zeit, die ich in meine Geschichte einbauen will.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-1-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1105" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-1-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-1-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-1-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-1-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-1-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p><strong>Den Wunsch, den Turm hinaufgehen zu dürfen, erfüllte mir damals die Katholische Kirchengemeinde St. Ludger um Pfarrer Theman</strong>. </p>



<p>Es war kurz nach zehn an einem wolkenfreien Freitag Vormittag, als ich mich mit ihm an der Seitentür der Kirche traf (Das Foto oben hatte ich ein paar Tage zuvor aufgenommen). Und als er den großen Eisenschlüssel in die Holztür steckte, überkam mich ein geheimnisvolles, fast schon anachronistisches Gefühl. Wo gibt es heute schließlich noch solche Schlösser, die auch noch solche Geräusche beim Drehen des Schlüssels machen?</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-2-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1106" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-2-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-2-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-2-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-2-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-2-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p></p>



<p>Die Sakristei lag im Halbdunkel, nur durch die bunten Kirchenfenster fiel Licht. Für einen Augenblick absolute Stille an diesem Ort. »Ab hier dürfen Sie allein weiter«, sagte Pfarrer Themann und zeigte mir den Weg hinauf zur Orgel. </p>



<p></p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex" style="margin-top:0;margin-bottom:0">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" data-id="1107" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-3-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1107" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-3-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-3-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-3-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-3-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-3-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-38.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" data-id="1142" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-38-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1142" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-38-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-38-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-38-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-38-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-38-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</figure>



<p>Normalerweise versperrt ein Gitter die Treppe – doch an diesem Tag stand sie mir offen. Eine langgezogene Steintreppe führte mich ab der Orgel eine Ebene höher zur nächsten Tür. Dahinter ging es über eine Wendeltreppe weiter hoch.</p>



<p>Ab hier merkte ich schon, dass mit jeder Stufe die Temperatur ein kleines bisschen anstieg. Am Ende der Treppe eröffnete sich mir ein kleiner Nebenraum. Die Fenster ließen jedoch noch keinen Blick nach draußen zu. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-5-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1109" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-5-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-5-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-5-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-5-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-5-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Dafür ging es  ab hier auf einer Holztreppe weiter. Sie brachte mich auf die Glockenebene. Drei Stück hängen hier insgesamt und weil ich noch einige Minuten bis zum Viertelstundenschlag hatte, versackte ich einen kurzen Moment. Das Arrangement aus Stein, Metall und Eisen faszinierte mich. Es sah aus wie eine grobe Maschine, die man so heute nirgends mehr sieht. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-6-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1110" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-6-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-6-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-6-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-6-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-6-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Die Holzbretter, die auf dem Foto hinter den Glocken zu sehen sind, würden später für mich nochmal wichtig werden. Zur Orientierung: ich stand hier etwa auf halber Turmhöhe.</p>



<p>Von der Glockenebene führt eine steile Holzleiter weiter nach oben. Sprosse für Sprosse kletterte ich nach oben, während die Leiter leicht schwankte. War ich nervös? Ein wenig. Ich vertraute der Leiter, dass sie vielleicht schon über 100 Jahre gehalten hat. Mit Erfolg. </p>



<p>Sie führte mich auf ein Zwischengeschoss. Hier sah ich an den Kirchturmecken jeweils ein paar kleinere Fensteröffnungen ohne Glasscheiben. Lediglich ein Maschendrahtzaun hielt die Tauben draußen. Etwas kühlere Luft wehte mir willkommen entgegen.</p>



<p>Nur zum Fotografieren boten sich die Fenster nicht gut an, da sie von der Leiter zu weit weg waren und ich nicht direkt zu ihnen gelangen konnte ohne gefährliche Verrenkungen. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-12-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1116" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-12-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-12-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-12-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-12-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-12-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="670" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/St-ludger-selm233-1024x670.jpg" alt="" class="wp-image-1186" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/St-ludger-selm233-1024x670.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/St-ludger-selm233-300x196.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/St-ludger-selm233-768x502.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/St-ludger-selm233-1536x1005.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/St-ludger-selm233.jpg 1651w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Als die Glocken dann zu Viertel nach zehn schlugen, waren sie doch nicht so laut wie befürchtet. Ich musste mir weder die Ohren zu halten, noch war es unangenehm. Laut ja, aber keinesfalls schlimm.  </p>



<p>Vom Zwischengeschoss führt die Leiter noch höher in die Turmspitze. Ein paar Tritte später dachte ich mir dann aber, dass es sich nicht mehr lohnen dürfte. Denn ganz oben in der Turmspitze erkannte ich nur kleines Dachfenster, und dafür wollte ich nicht die wackelige Leiter noch weiter nach oben gehen. Zumal ich mir jetzt schon wie in der Sauna vorkam, so warm war es hier oben unter dem vielen Holz.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-9-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1113" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-9-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-9-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-9-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-9-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-9-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-11-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1115" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-11-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-11-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-11-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-11-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-11-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Als bester Punkt zum Fotografieren erschienen mit die besagten Holzbretter bei den Glocken, denn die Schlitze dazwischen waren breit genug für meine Kamera. Ich begab mich also wieder runter zu den Glocken und tatsächlich: Durch die Schlitze ließen sich gute Fotos schießen.</p>



<p>So sah Selm also vom Kirchturm 2014 aus:</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex" style="margin-top:var(--wp--preset--spacing--20);margin-bottom:var(--wp--preset--spacing--20)">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" data-id="1131" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-27-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1131" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-27-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-27-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-27-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-27-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-27-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" data-id="1121" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-17-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1121" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-17-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-17-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-17-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-17-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-17-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" data-id="1124" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-20-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1124" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-20-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-20-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-20-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-20-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-20-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" data-id="1125" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-21-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1125" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-21-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-21-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-21-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-21-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-21-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" data-id="1127" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-23-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1127" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-23-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-23-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-23-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-23-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-23-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="240" data-id="1135" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-31-1024x240.jpg" alt="" class="wp-image-1135" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-31-1024x240.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-31-300x70.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-31-768x180.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-31-1536x360.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-31-2048x480.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" data-id="1130" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-26-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1130" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-26-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-26-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-26-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-26-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-26-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="681" data-id="1129" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-25-1024x681.jpg" alt="" class="wp-image-1129" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-25-1024x681.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-25-300x200.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-25-768x511.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-25-1536x1022.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-25-2048x1363.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" data-id="1128" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-24-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1128" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-24-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-24-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-24-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-24-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-24-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" data-id="1117" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-13-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1117" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-13-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-13-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-13-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-13-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-13-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" data-id="1118" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-14-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-1118" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-14-1024x576.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-14-300x169.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-14-768x432.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-14-1536x864.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-14-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
</figure>



<p>Gemächlich kletterte ich die Leiter wieder runter. Dann über die Steintreppen, zurück in den Kirchraum, wo mich die angenehme Kühle wieder empfing.</p>



<p>Die Fotos dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass man oben im Turm zunächst gar nichts sieht. Es gibt dort keine Aussichtsplattform, sondern nur vereinzelte, kleine Fensterchen und Schlitze in der Holzverkleidung im Glockenbereich. Dadurch, dass ich die Kamera immer ganz nah daran gehalten hatte, wirkt die Aussicht größer, als sie tatsächlich war. Auch war das Wetter fast schon zu gut; es war leicht diesig und die Fernsicht getrübt. </p>



<p>Zudem entstanden alle Fotos auch nicht von ganz oben, sondern in etwa auf halber Turmhöhe – aber selbst das genügt schon für diesen wunderbaren Blick auf die Stadt!</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="771" height="1024" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/St-ludger-selmtuer2-771x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1189" style="width:947px;height:auto" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/St-ludger-selmtuer2-771x1024.jpg 771w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/St-ludger-selmtuer2-226x300.jpg 226w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/St-ludger-selmtuer2-768x1020.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/St-ludger-selmtuer2.jpg 813w" sizes="auto, (max-width: 771px) 100vw, 771px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="412" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-37-1024x412.jpg" alt="" class="wp-image-1141" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-37-1024x412.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-37-300x121.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-37-768x309.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-37-1536x618.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-37-2048x824.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="511" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-36-1024x511.jpg" alt="" class="wp-image-1140" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-36-1024x511.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-36-300x150.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-36-768x383.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-36-1536x767.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-36-2048x1022.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="682" height="1024" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-35-682x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1139" style="width:936px;height:auto" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-35-682x1024.jpg 682w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-35-200x300.jpg 200w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-35-768x1154.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-35-1022x1536.jpg 1022w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Ludgeriekirche_selm-35.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 682px) 100vw, 682px" /></figure>



<p><strong>Dieser Aufstieg hat mich bis heute nachhaltig beeindruckt. Der Eisenschlüssel, die Holztür, das Schwanken auf der Leiter, das kühle Metall der Glocken im Kontrast zum Holz: ein wunderbarer Hintergrund für einen kleinen Plot im Roman. Einerseits die alte Kirche, die seit Jahrhunderten das Maß der Dinge im Dorf ist – andererseits sind von ihrer Spitze bereits die Vorboten der Industrialisierung sichtbar. Welch interessantes Gespräch zweier meiner Protagonisten hier wohl führen könnten? </strong></p>



<p><strong>An dieser Stelle aber zunächst erneut vielen Dank an die Kirchengemeinde und Herrn Pfarrer Theman, dass sie mich hineingelassen haben &#8211; und für die nachhaltige Inspiration!</strong></p>



<p></p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Roman-Recherche 10: Wenn jeder mit seinem Beruf im Adressbuch steht</title>
		<link>https://andre-walter.de/roman-recherche-10-wenn-jeder-mit-seinem-beruf-im-adressbuch-steht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2026 16:21:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte(n) zwischen Lünen und Selm]]></category>
		<category><![CDATA[Recherche für Historienroman 1907]]></category>
		<category><![CDATA[1907]]></category>
		<category><![CDATA[Adressbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Lünen]]></category>
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					<description><![CDATA[Stellen Sie sich vor, es gäbe ein amtliches, hochoffizielles Buch, in dem jede Familie einer Stadt mit ihrer Anschrift und dem Beruf des Hauptverdieners stünde. Sie wüssten sofort, ob ihre Nachbarn, Freunde und Bekannten sich wirklich das neue Haus oder den neuen Wagen leisten könnten. Oder ob sie ihnen was vormachen und der »Hochdotierte Job [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Stellen Sie sich vor, es gäbe ein amtliches, hochoffizielles Buch, in dem jede Familie einer Stadt mit ihrer Anschrift und dem Beruf des Hauptverdieners stünde. Sie wüssten sofort, ob ihre Nachbarn, Freunde und Bekannten sich wirklich das neue Haus oder den neuen Wagen leisten könnten. Oder ob sie ihnen was vormachen und der »Hochdotierte Job bei einer Wirtschaftskanzlei« doch nur daraus besteht, Kaffee an die Beschäftigen auszuschenken.</strong></p>



<p>Heute eine undenkbare Vorstellung. Doch vor 120 Jahren war das anders, wie ich bei meiner <a href="https://andre-walter.de/recherche-fuer-meinen-historischen-roman/">Roman-Recherche</a> bemerkte. Denn um das fiktives Dorf zwischen Münster und Dortmund im Buch so authentisch wie möglich zu gestalten, habe ich mir u.a. ein besonderes Dokument angeschaut: das <strong>Adressbuch für Lünen von 1907</strong>.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="581" height="837" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuchluenen1907.jpg" alt="" class="wp-image-1034" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuchluenen1907.jpg 581w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuchluenen1907-208x300.jpg 208w" sizes="auto, (max-width: 581px) 100vw, 581px" /></figure>



<p>Und 1907 stand nicht der Datenschutz im Vordergrund, sondern die soziale Stellung. In der Gesellschaft von einst war es überlebenswichtig, den Stand des Gegenübers zu kennen. Das Adressbuch lieferte die Antwort auf die Frage: »Wer ist das und was darf er?« Ohne den Beruf war der Name beinahe wertlos. Man musste wissen, ob man es mit einem »ehrbaren« Schreinermeister oder einem einfachen Tagelöhner zu tun hatte. Diese Information entschied darüber, wie man sich grüßte, ob man gemeinsam am Wirtshaustisch saß oder ob eine Heirat überhaupt denkbar war. Andererseits gab es, soweit mir bekannt, zu der Zeit noch kein Zentrales Einwohnermeldewesen, daher kam dem Adressbuch auch diese Funktion zu. In der Regel wurde es alle zwei bis drei Jahre erneuert. </p>



<p>Das Buch gliedert sich in folgende Teile:</p>



<p><strong>1. Teil:</strong> Bürgermeister, Behörden, besondere Beamte, etc. </p>



<p><strong>2. Teil:</strong> <strong>Einwohner der Stadt Lünen. Hierbei handelt es sich um ein alphabetisches Verzeichnis der Haushaltsvorstände inklusive deren Anschrift und dem Beruf (Überschlägig ca. 500 Haushalte)</strong>. Die übrigen Familienangehören sind nicht aufgeführt. </p>



<p><strong>3. Teil:</strong> Verzeichnis der Geschäfts- und Gewerbetreibenden der Stadt Lünen</p>



<p><strong>4. Teil:</strong> Einwohner in der »Umgegend von Lünen« <br>(nach Gemeinden getrennt):</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Gemeinde Altenderne-Niederbecker</li>



<li>Gemeinde Altenderne-Oberbecker</li>



<li>Gemeinde Beckinghausen</li>



<li>Gemeinde Gahmen</li>



<li>Gemeinde Horstmar</li>



<li>Gemeinde Hostedde</li>



<li>Gemeinde Kirchderne</li>



<li>Gemeinde Lippholthausen</li>
</ul>



<p><strong>Mir geht hier in in diesem Beitrag heute nur um Teil 2: Die Bewohner Lünens um 1907.</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="653" height="1024" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-1-653x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1089" style="width:929px;height:auto" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-1-653x1024.jpg 653w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-1-191x300.jpg 191w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-1.jpg 716w" sizes="auto, (max-width: 653px) 100vw, 653px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Die Industrie hält Einzug</h2>



<p>Wenn ich durch das Adressbuch blättere, fällt mir auf, dass es sehr viele Maurer, Zimmerleute und Dachdecker zu der Zeit in Lünen gab. Offenbar herrschte zu der Zeit ein Baurausch. Und das ist auch plausibel, denn in Lünen setzte die Industrialisierung gerade ein. Erste Bergwerke entstanden, Zechenkolonien, Fabriken. Erwartbarer sind da die zahlreichen Bergmänner, Hauer, Schlepper.</p>



<p>Meinem Roman-Dorf steht dies erst noch bevor, doch gerade deshalb ist das Adressbuch von Lünen so spannend, denn es zeigt die Transformation; den Übergang von der alten (ländlichen) Welt in die moderne Industriewelt. </p>



<p>Dieser Umbruch wird greifbar, wenn man die Namen hinter den Berufen betrachtet. Es ist ein Spiel der Kontraste, das die soziale Kluft jener Tage offenbart. Auf der einen Seite begegnen uns Männer wie der <strong>Sanitätsrat Dr. Ludwig Althoff</strong> in der Bäckerstraße. Sein Titel war nicht nur eine Berufsbezeichnung, sondern ein unantastbares Privileg. Ebenso der bekanntere <strong>Alfred Potthoff</strong>, Fabrikbesitzer der »Luisenhütte«, der späteren Eisengießerei und Maschinenfabrik Potthoff &amp; Flume AG, dessen Villa heute noch an der Dortmunder Straße hervorsticht. Beide verkörperten beispielhaft die akademische oder wirtschaftliche Elite, die in großen, herrschaftlichen Zimmern residierte und deren Wort im Dorf oder der Stadt Gesetz war. Oder schlicht Menschen, die aus welchem Umständen auch immer, zu Geld gekommen waren, wie der <strong>Privatier August Meermann</strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="303" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-4-1024x303.jpg" alt="" class="wp-image-1078" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-4-1024x303.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-4-300x89.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-4-768x227.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-4-1536x455.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-4-2048x607.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<p>Dem gegenüber steht das neue Gesicht Lünens: Männer wie der Hauer <strong>Anton Gurski</strong> oder der Schlepper <strong>Stanislaus Nowaczyk</strong>. Ihre Namen zeugen von Zuwanderung aus dem Osten, die damals ins Ruhrgebiet durch den Bergbau einsetzte. Sie wohnten oft in den engen, teilweise noch mittelalterlichen Häusern (beide hier in der Mauerstraße) oder eben in den Zechenkolonien. Für sie bedeutete der Aufbruch in die Moderne nicht Prestige, sondern zunächst harte, gefährliche Knochenarbeit unter Tage. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Invaliden</h2>



<p>Und dann gibt es jene, die den Preis für diesen Fortschritt, für die harte Arbeit, bereits bezahlt hatten: Männer wie <strong>Gottlieb Brenk</strong>, hinter dessen Namen nur noch das Wort <strong>»Invalide«</strong> steht. Wo er genau seine Gesund verloren hat, läßt sich nur mutmaßen. Im Besten Fall bekam er ein wenig Geld aus der Invalidenversicherung,  viele erhielten damals auch gar keine staatliche Unterstützung. Wieder andere, etwa <strong>Adam Klaßen</strong>,  trugen die konkretere Bezeichnung <strong>»Reichsinvalide«.</strong> Hierbei vermute ich, dass es sich um ehemaligen Soldaten handeln könnte, Kriegsopfer, die eben eine (kleine) Entschädigung durch das Deutsche Reich bekamen. Manche wie <strong>»Friedrich Lange«</strong> tragen auch die explizite Bezeichnung <strong>»Berginvalide«</strong>. Hier lässt sich zumindest eine gewisse Fürsorge durch die Knappschaft vermuten, doch sicherlich nicht vergleichbar mit heutigen Förderungen. </p>



<p>Nicht in Lünen, aber in manch anderer Stadt, gab es schließlich auch Invalidenhäuser und Invalidenstraßen; also Orte, wo einige zumindest kostenlose Unterkunft und Verpflegung erhielten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-6.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="779" height="1024" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-6-779x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1085" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-6-779x1024.jpg 779w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-6-228x300.jpg 228w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-6-768x1009.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-6.jpg 937w" sizes="auto, (max-width: 779px) 100vw, 779px" /></a></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Die dazwischen und die vom Rand </h2>



<p>Besonders faszinierend für meinen Roman sind aber jene, die in der Mitte sitzen. Zwischen den Oberen und den Neuen nämlich die, die  dem alten Handwerk nachgehen. Seilmacher, Wagner, Sägemüller, Weber, Schmiede, Töpfer usw&#8230;  Da ist zum Beispiel <strong>Bernhard Bäumer</strong>, der in der Cappenbergerstraße eine eigene Pfeifenfabrik betrieb. Er steht für das alte Handwerk, das sich gegenüber der neuen Industriewelt aus Kohle und Stahl behaupten musste. Oder der »<strong>Modelleur</strong>« <strong>August Angerstein</strong>, der mit seinem künstlerischen Geschick vermutlich jetzt die Gussformen für die Fabriken schuf. Ebenso all die anderen Kaufleute, Händler, Metzger, Bäcker. Aber auch: Straßenbahnschaffner (es gab zu der Zeit eine Straßenbahnverbindung nach Dortmund!), </p>



<p>Dazwischen immer wieder auch solche, die eher niederen Tätigkeiten nachgingen, etwa der <strong>»Lumpensammler« Hermann Lenz</strong> oder der <strong>»Handlanger« Theoder Lüttecke</strong> oder die unzähligen <strong>Tagelöhner.</strong> Alles für jeden niedergeschrieben im Adressbuch. </p>



<p>Unklar ist mir, was genau <strong>Georg Schulz </strong>Tätigkeit war, wenn er als »<strong>Leibzüchter</strong>« tituliert wird. Ich vermute, es geht hier nicht um körperliche Züchtigung, sondern Richtung <em>Leibgedinge </em>– also jemand, der ein Nutzungsrecht an z.B. Land oder einem Hof hatte und davon ggf. leben konnte. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Frauen und andere Unsichtbare</h2>



<p>Besonders auffällig ist aber die ökonomische Unsichtbarkeit der Frauen. Im Adressbuch 1907 tauchen sie meist nur dann als Haushaltsvorstände auf, wenn sie als <strong>»Witwen«</strong> geführt werden (Kürzel Ww). Ihr gesellschaftlicher Status war oft nur ein Echo des verstorbenen Ehemannes, ein bloßer Platzhalter in einer männlich dominierten Welt. Doch beim genauen Hinsehen entdeckt man jene Frauen, die vermutlich den Mut und die Chance hatten, den vorgezeichneten Weg zu verlassen und sich eine eigene Existenz aufzubauen.</p>



<p>Da sind etwa <strong>Ida und Martha Appel</strong>, beide wohnhaft in der Langestraße 9. Ida ist mit einem Stickgeschäft verzeichnet, Martha als »Handarbeits- und Turnlehrerin« gelistet. Da Martha als Lehrerin (ein Beruf für ledige Frauen, Stichwort »Lehrerinnen-Zölibat«) und Ida mit einem eigenen Geschäft aufgeführt ist, vermute ich, dass es sich um unverheiratete Schwestern oder eine Witwe mit ihrer erwachsenen Tochter handeln könnte. </p>



<p>Auch <strong>Adelgunde Ackermann</strong> oder <strong>Sophie Klostermann</strong> als Krankenschwestern oder die Witwe <strong>Schulte-Derne</strong>, die mit ihrer Wirtschaft »Waldlust« einen ganzen Betrieb leitete, zeigen: Es gab sie, die Risse im starren Gefüge, durch die der Wille nach einem selbstbestimmten Leben schimmerte.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="974" height="478" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-3.jpg" alt="" class="wp-image-1077" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-3.jpg 974w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-3-300x147.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-3-768x377.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 974px) 100vw, 974px" /></a></figure>



<p>Trotz einiger Ausnahmen: in den allermeisten Fällen erscheinen Frauen mit dem Kürzel »Ww«. </p>



<p>Zusätzlich gibt es die unsichtbare Armee von <strong>Dienstboten und Haushälterinnen</strong>, die oft gar nicht namentlich, sondern nur indirekt über die Größe und Art der Haushaltungen im Adressbuch mitschwingen. Ein Haushalt wie der des <strong>Sanitätsrats Althoff</strong> oder des <strong>Oberlehrers Saarmann</strong> funktionierte nur durch dieses Personal, das meist aus den umliegenden Dörfern kam, um in der Stadt »in Stellung« zu gehen (<a href="https://andre-walter.de/roman-zeitungsanzeigen/">Siehe dazu meinen Artikel über die Zeitungsanzeigen</a>).</p>



<p>Für meinen Roman sind das brauchbare Details: Die Begegnung zwischen der Tochter aus gutem Hause und dem Dienstmädchen, das im selben Haus lebt und doch in einer völlig anderen Welt gefangen ist. Es zeigt die scharfe Trennung zwischen denen, die bedient wurden, und jenen, die im Verborgenen dafür sorgten, dass der bürgerliche Alltag aufrecht erhalten wurde. Und ebenso die wenigen Frauen, die den Mut oder die Chance hatten, unabhängig ihren eigenen Weg gegen jeden Widerstand zu gehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenn Welten aufeinanderprallen</h2>



<p>Doch nicht nur einzelner Mut und soziale Schichten trafen in Lünen aufeinander, sondern auch Welten. Beim Durchblättern der Seiten stolpere ich immer wieder über Namen wie <strong>Majewski</strong>, <strong>Kosciow</strong> oder <strong>Napieralski</strong>. Diese Männer kamen nicht aus Westfalen, sondern aus dem Osten; aus Schlesien z.B., Angelockt von der Aussicht auf Geld auf der Zeche.</p>



<p>Und genau dieser <strong>Zusammenprall von Welten</strong> befeuert auch die Dynamik in meinem Roman. Es war ein ständiges Messen: Wer darf wen zuerst grüßen? Wer muss den Bürgersteig räumen? Wer darf welches Fräulein ansprechen oder zum Tanz bitten? Zudem kam mit der Kohle Geld in Schichten der Gesellschaft, die vorher schlicht nicht existierten. Ein erfahrener Hauer verdiente plötzlich mehr als mancher kleine Beamte. Das alte Gefüge aus »Glaube, Gewissheit und Sage«, das mein Dorf im Roman so lange getragen hat, bekommt Risse. Wenn der »einfache« evangelische Bergmann aus Schlesien am Sonntag den gleichen »Sonntagsstaat« trägt wie der katholische alteingessene Kaufmann, bricht für die alte Elite möglicherweise eine Welt zusammen.</p>



<p>In meinem Roman nutze ich diese Reibungspunkte. Wenn sich die fremden Arbeiter mit den Dorfmädchen anfreunden wollen. Oder der Pastor sieht, wie immer mehr Protestanten vor seiner katholischen Kirche stehen. </p>



<p>Für meine Geschichte ist das ein entscheidendes Motiv: Wie reagiert eine eingeschworene Gemeinschaft auf diese »Fremden«, deren Namen man kaum aussprechen kann und die nun das schwarze Gold unter ihren vertrauten Ackern holen wollen? Das Adressbuch hilft mir, die Gräben innerhalb der Gemeinschaft plausibel zu ziehen: Zwischen denen, die an der alten Gewissheit festhalten, und jenen, die im Ruß der neuen Zeit eine Chance auf Veränderung erkennen.</p>



<p><strong>Und dann zeigt das Adressbuch noch andere schöne Dinge, die spannend sind: alte Straßennamen, ein Blick in die Geschäftswelt und zu den beliebtesten Vornamen jener Tage. Doch darüber, schreibe ich ein anderes mal.  </strong></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="545" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-5-1024x545.jpg" alt="" class="wp-image-1079" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-5-1024x545.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-5-300x160.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-5-768x409.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-5-1536x817.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuch1907luenen-5.jpg 1658w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Walter gab es auch welche, aber keine Verwandten von mir 😉</figcaption></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>»Das war mein Leben«: Erika und ihre Liebe zur Zeche Minister Achenbach</title>
		<link>https://andre-walter.de/auffen-puett-lass-ich-nichts-kommen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Apr 2026 18:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bergbau]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte(n) zwischen Lünen und Selm]]></category>
		<category><![CDATA[Brambauer]]></category>
		<category><![CDATA[Minister Achenbach]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://andre-walter.de/?p=1047</guid>

					<description><![CDATA[Erika Kreisherr-Matthes aus Brambauer lässt nichts auf den Bergbau kommen: »Das war mein Leben. Das war eine schöne Zeit!«. Schon als Sechsjährige schlich sie sich heimlich auf die Zechen-Seilbahn. Erlaubt war das natürlich nicht, aber Erika und ihre Freundin waren pfiffig: Sie passten immer genau ab, wann der Aufseher zum Klo ging, und sprangen schnell [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Erika Kreisherr-Matthes</strong> aus Brambauer lässt nichts auf den Bergbau kommen: »Das war mein Leben. Das war eine schöne Zeit!«. </p>



<p>Schon als Sechsjährige schlich sie sich heimlich auf die Zechen-Seilbahn. Erlaubt war das natürlich nicht, aber Erika und ihre Freundin waren pfiffig: Sie passten immer genau ab, wann der Aufseher zum Klo ging, und sprangen schnell in eine der Loren. Eines Tages wurden sie dennoch erwischt. Ein Bergmann zeigte ihnen daraufhin eindringlich, wie tief es nach unten ging. Erst da wurde den Mädchen klar, wie gefährlich ihr Abenteuer eigentlich war.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/horstadrianseilbahn.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="827" data-id="1048" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/horstadrianseilbahn-1024x827.jpg" alt="" class="wp-image-1048" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/horstadrianseilbahn-1024x827.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/horstadrianseilbahn-300x242.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/horstadrianseilbahn-768x620.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/horstadrianseilbahn.jpg 1071w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Aus Erikas Foto-Album: <br>Ihr Bekannter Horst Adrian mit der Seilbahn im Hintergrunfd</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/18678Seilbahn-Goldstein.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="985" data-id="1057" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/18678Seilbahn-Goldstein-1024x985.jpg" alt="" class="wp-image-1057" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/18678Seilbahn-Goldstein-1024x985.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/18678Seilbahn-Goldstein-300x289.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/18678Seilbahn-Goldstein-768x739.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/18678Seilbahn-Goldstein-1536x1477.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/18678Seilbahn-Goldstein.jpg 1888w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Die Seilbahn bei Schacht IV (Foto: G. Goldstein, Ruhr Nachrichten)</figcaption></figure>
</figure>



<h3 class="wp-block-heading">Saubere Arbeit am Schacht I/II</h3>



<p>Erika wurde 1944 am Alfredplatz 5 in Brambauer geboren. Zur Zeche Minister Achenbach kam sie Ende der 1970er Jahre: Als Reinigungskraft sorgte sie für Sauberkeit in den Büros der Zechenverwaltung am Schacht I/II – bis zum letzten Tag 1992.</p>



<p>»Mit den Steigern kam ich gut aus, ich habe alles für die gemacht« erzählt Sie mir bei unserem Treffen. »Weihnachten hab ich Ihnen immer einen Teller mit Plätzchen hingestellt. Sogar Pfannkuchen hab ich gebacken und Pellkartoffeln mit Heringsstip. Ich hab sie alle versorgt!«</p>



<p>Die Wertschätzung basierte auf Gegenseitigkeit: Erika durfte 1992 als eine der letzten Besucherinnen noch nach Untertage. Gemeinsam mit acht Freundinnen bzw. Arbeitskolleginnen und ihrer Tochte folgte sie der Einladung der Steiger, auf Schacht I/II einzufahren.  Besonders fasziniert hatten sie die Wettertüren im Bergwerk: »Wenn man da durchgegangen ist, musste man sich festhalten, sonst ist man weggewehnt worden«.</p>



<p>Und die Hitze: Von 42 Grad berichtet sie, und wie sie und die Frauen in voller Montur geschwitzt haben. »Die Männer waren ja alle mit nackten Oberkörper und sagten scherzhaft, wir sollen uns doch auch einfach die Hemden ausziehen« Erika schmunzelt dabei. »Zumindest wusste ich nun, warum mein Opa so eine gute Rente bekamt. Es war höllisch da unten. Ich gönnte es ihm und allen Bergleuten«.</p>



<p>Natürlich bekam Erika nach ihrer Seilfahrt auch den Ehrenhauerbrief verliehen. Dazu gehörte der traditionelle Ehrenhauerschlag: mit der dicken Schüppe (dem sogenannten »Weiberarsch«) bekam sie einen auf den Hintern.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthesbrief.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="771" height="1024" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthesbrief-771x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1049" style="width:913px;height:auto" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthesbrief-771x1024.jpg 771w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthesbrief-226x300.jpg 226w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthesbrief-768x1020.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthesbrief.jpg 813w" sizes="auto, (max-width: 771px) 100vw, 771px" /></a></figure>



<p>1992 kam dann das Ende. Bei den Sprengungen war sie live dabei, näher als viele andere. »Erika, bringe morgen den Tuppertopf mit« sagte man ihr. Stolzenhoff hatte ein großes Buffet aufgefahren, und Erika konnte mitnehmen, was übrig bliebt. Auch jede Menge Schnapps. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakraushaarmattes_achenbachi-ii-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="914" height="1024" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakraushaarmattes_achenbachi-ii-914x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1059" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakraushaarmattes_achenbachi-ii-914x1024.jpg 914w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakraushaarmattes_achenbachi-ii-268x300.jpg 268w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakraushaarmattes_achenbachi-ii-768x860.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakraushaarmattes_achenbachi-ii-1371x1536.jpg 1371w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakraushaarmattes_achenbachi-ii-1828x2048.jpg 1828w" sizes="auto, (max-width: 914px) 100vw, 914px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Aus Erikas Fotoalbum: Schacht I/II im Abriss</figcaption></figure>



<p></p>



<h3 class="wp-block-heading">Wohnzimmer-Museum</h3>



<p>In all den Jahren hat Erika auch eine große Sammlung Bergbau-Relikte zusammen getragen. Über die Jahre wuchs ihre Wohnung am Espelweg zu einem kleinem Museum an. Grubenlampen, echte Kohlenbrocken, Fotos, Zeitungsausschnitte, einen Meterstock, Porzellanteller und noch mehr Lampen aus dem Bergbau. Stolz zeigt sie mir eine Figur, die Achenbach-Lehrlinge nur aus Schrauben hergestellt haben. Im Wohnzimmer steht nebem dem Sofa eine Schaufensterpuppe mit Hemd und Krawatte der RAG (Ruhrkohle AG). »Und hier ist noch ein alter Stiefel, der lag einfach so unten im Schacht rum«</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-4 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex" style="border-style:none;border-width:0px;border-top-left-radius:0px;border-top-right-radius:0px;border-bottom-left-radius:0px;border-bottom-right-radius:0px;margin-top:var(--wp--preset--spacing--20);margin-bottom:var(--wp--preset--spacing--20)">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthessammlung.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="550" data-id="1051" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthessammlung-1024x550.jpg" alt="" class="wp-image-1051" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthessammlung-1024x550.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthessammlung-300x161.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthessammlung-768x412.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthessammlung-1536x824.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthessammlung.jpg 2012w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakraushaarmattes4-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="879" data-id="1058" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakraushaarmattes4-1024x879.jpg" alt="" class="wp-image-1058" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakraushaarmattes4-1024x879.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakraushaarmattes4-300x257.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakraushaarmattes4-768x659.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakraushaarmattes4-1536x1318.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakraushaarmattes4-2048x1758.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></figure>
</figure>



<p>Dann erzählt sie noch freudig, wie sie einmal einen Dieb erwischt hat, der PCs aus den Büros der Zeche klauen wollte. »Der hat dann auch mehrere Computer einfach in einer WC-Kabine eingeschlossen, wohl um sie am nächsten Tag abzuholen«. </p>



<p>Viel erlebt hat sie, Übertage, in den Büros. Sie sagt:»Der Bergbau war mein Leben. Da gebe ich nichts drauf. Das war eine so tolle Zeit!«</p>



<p>Nach Schließung der Zeche sorgte sie noch im Brambauer Krankenhaus für Sauberkeit. 1994 erfüllte sich ein Traum von ihr: bei einem RTL-Gewinnspiel gewann sie eine zweiwöchige Reise nach New York. Das war deshalb ganz besonders, weil sie bereits 1990 eine Reise in die USA gebucht hatte, um Verwandte zu sehen – doch die Reise wurde aufgrund des Golfkrieges storniert. Nun konnte sie den Besuch nachholen.</p>



<p>Heute ist Erika 82 Jahre alt. Auch wenn sich in ihrer Familie niemand mehr für den Bergbau interessiert, brennt ihr Feuer für die Zechenzeit ungehindert weiter. </p>



<p>Über meinen Cousin, der ihren Partner pflegt, kam unser Kontakt zustande. Denn er schenkte ihr vor einigen Wochen mein Buch <em><a href="https://andre-walter.de/der-steiger-kam-am-ersten-mai/" data-type="page" data-id="560"><strong>»Der Steiger kam am ersten Mai«</strong></a></em>. »Die kenne ich alle darin!«, rief sie begeistert. Beeindruckt von den Erinnerungen und der umfangreichen Sammlung sage auch ich: vielen Dank, Erika!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthes.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="795" height="1024" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthes-795x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1050" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthes-795x1024.jpg 795w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthes-233x300.jpg 233w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthes-768x990.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/erikakrausmatthes.jpg 838w" sizes="auto, (max-width: 795px) 100vw, 795px" /></a></figure>



<p><strong>Sie haben auch Erinnerungen an Minister Achenbach oder haben sich in meinem Buch wiedererkannt? </strong><br><strong>Schreiben Sie mir gerne an hallo@andre-walter.de!</strong></p>



<p></p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Roman-Recherche 9: Von der harten »Beschüte« zum feinen »Biskuit«</title>
		<link>https://andre-walter.de/roman-recherche-9-von-der-harten-beschuete-zum-feinen-biskuit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2026 19:04:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Recherche für Historienroman 1907]]></category>
		<category><![CDATA[Münsterland]]></category>
		<category><![CDATA[Plattdeutsch]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn es ums Essen geht, darf in meinem Münsterländer Historienroman eines nicht fehlen: die »Beschüte«. Heute ist das Wort vielleicht nur noch den Großeltern bekannt, obwohl es damals allgegenwärtig war. Beschüte sind nämlich das, was wir heute als Zwieback kennen. Zwieback = Zweifach gebacken. Sie waren eine Art Grundnahrungsmittel. Überall präsent und überaus haltbar! Zudem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wenn es ums Essen geht, darf in meinem Münsterländer Historienroman eines nicht fehlen: die <strong>»Beschüte«</strong>. Heute ist das Wort vielleicht nur noch den Großeltern bekannt, obwohl es damals allgegenwärtig war. </p>



<p>Beschüte sind nämlich das, was wir heute als <strong>Zwieback</strong> kennen. Zwieback = Zweifach gebacken. Sie waren eine Art Grundnahrungsmittel. Überall präsent und überaus haltbar!</p>



<p>Zudem ist ein Gebäck mit einer faszinierenden, fast weltmännischen Geschichte. Denn das Wort Beschüte leitet sich direkt vom lateinischen <em>bis coctus</em> ab, was schlicht »zweimal gebacken« bedeutet. Durch das doppelte Backen von Weißbrot entweicht die Feuchtigkeit, wodurch es extrem haltbar wird. Parallel gab es aber bereits den aus dem Französischen entlehnten Begriff »<strong>Biskuit</strong>«. Bis ins 17. Jahrhundert bezeichnete man im Deutschen damit jedoch eher <strong>Schiffszwieback</strong>. Das war ein schlichtes Brot, das in Scheiben geschnitten und ein zweites Mal gebacken wurde, bis es staubtrocken und mürbe war. Ein idealer Proviant für Seereisen, Soldaten und   die harte Arbeit auf den Feldern. Während sich daraus im Englischen das Wort <strong>»Biscuit«</strong> entwickelte, das dort bis heute den harten Keks meint, setzte sich bei uns im Deutschen später die wörtliche Übersetzung durch: der Zwieback.</p>



<p>Die Münsterländer blieben jedoch bei ihrem alten Wort <strong>Beschüte</strong>. Oft wurden sie in Ersatzkaffee (Muckefuck, Zichorienkaffeee, etc.) oder in Milch getunkt, um sie essbarer zu machen.</p>



<p>Und sie blieben auch bei diesem Wort und diesem Bodenständigen Gebdäck, als die Zuckerbäcker im 18. Jahrhundert begannen, Eier zu trennen und Eischnee unterzuheben. Plötzlich wurde aus dem harten Brot eine luftig-leichte Masse. In den Bauernkaten standen also die Blechdose mit der harten Beschüte, während man im Schloss des Grafen zum Tee vielleicht schon den feinen Sponge Cake oder Löffelbiskuit reicht – jene moderne, fluffige Varianten, die mit der harten Kost der Vorfahren kaum noch etwas gemein hat.</p>



<p>Das Münsterländer Platt hat hier ein echtes Fossil bewahrt. Während die Hochsprache zum Zwieback wechselte und das Französische heute »Biscotte« und das Englische »Biscuit« sagt, konserviert die Münsterländer <strong>Beschüte</strong> den ursprünglichen Klang der Geschichte.</p>



<p>Auch in meinem Roman wird Beschüte immer wieder seinen Platz finden: am Kaminfeuer, beim Sonntagskaffee, bei einer Beerdigung&#8230;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/beschuete-1024x683.png" alt="" class="wp-image-1038" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/beschuete-1024x683.png 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/beschuete-300x200.png 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/beschuete-768x512.png 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/beschuete.png 1536w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">So ungefähr sahen sie aus, die Beschüte: rund geschnittenes, doppelt gebackenes Weißbrot. Das Bild ist mit einem KI-Bildgenerator erstellt worden. </figcaption></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Roman-Recherche 8: Die Hauderei</title>
		<link>https://andre-walter.de/roman-recherche-8-die-hauderei/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2026 20:08:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Recherche für Historienroman 1907]]></category>
		<category><![CDATA[1907]]></category>
		<category><![CDATA[Adressbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Kutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Lünen]]></category>
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					<description><![CDATA[Während ich für meinen Roman in das Jahr 1907 eintauche, stolpere ich immer wieder über Begriffe, die heute fast vergessen sind, damals aber zum absoluten Alltag gehörten. Einer davon ist die »Hauderei«. Diesen Begriff las ich zum ersten mal in meinem Leben, als ich beim Blick ins Adressbuch der Stadt Lünen von 1907 schauten, und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Während ich für meinen Roman in das Jahr 1907 eintauche, stolpere ich immer wieder über Begriffe, die heute fast vergessen sind, damals aber zum absoluten Alltag gehörten. Einer davon ist die <strong>»Hauderei«</strong>. </p>



<p>Diesen Begriff las ich zum ersten mal in meinem Leben, als ich beim Blick ins Adressbuch der Stadt Lünen von 1907 schauten, und diese Anzeige sah:</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-5 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="581" height="837" data-id="1034" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuchluenen1907.jpg" alt="" class="wp-image-1034" style="aspect-ratio:1" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuchluenen1907.jpg 581w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/adressbuchluenen1907-208x300.jpg 208w" sizes="auto, (max-width: 581px) 100vw, 581px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="551" height="422" data-id="1033" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/hauderei.jpg" alt="" class="wp-image-1033" style="aspect-ratio:1" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/hauderei.jpg 551w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/hauderei-300x230.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 551px) 100vw, 551px" /></figure>
</figure>



<p>Wenn man sich die Mobilität im Münsterland vor 120 Jahren vorstellt, denkt man oft zuerst an die Postkutsche. Doch abseits der festen Postrouten gab es die Hauderer. Sie waren quasi das »Uber« bzw. Taxi der Kaiserzeit: freie Fuhrunternehmer, die ihre Kutschen und Pferde gegen Entgelt vermieteten.</p>



<p><strong>Das Handwerk hinter dem Namen</strong></p>



<p>Der Begriff leitet sich vom alten Wort »haudern« ab, was schlicht das Reiten auf Mietpferden oder das Fahren in Mietwagen beschrieb. Ein Hauderer war ein Macher: Er wartete an markanten Plätzen auf Kundschaft oder wurde für ganz besondere Momente gebucht. Ob es die festliche Hochzeitsfahrt zum Nachbardorf war oder der dringende Transport von Gütern – der Hauderer war die Lösung, wenn man selbst kein eigenes Gespann besaß.</p>



<p>Für die Recherche zu meinem Dorf zwischen Münster und Dortmund ist das spannend: Wie hat sich das Dorf verändert, als die ersten Bergwerke entstanden? Plötzlich gab es mehr Verkehr, mehr Fremde und einen ganz neuen Bedarf an Transportmöglichkeiten. Die Hauderei war genau an dieser Schnittstelle zwischen ländlicher Tradition und dem Aufbruch in die Moderne.</p>



<p><strong>Ein Blick über die Grenzen: Die »Cabs«</strong></p>



<p>Interessanterweise gab es dieses Prinzip überall. In London etwa nannte man die Mietkutschen »Hackney Carriages«. Dort setzten sich besonders die leichten, zweirädrigen »Cabriolets« durch. Die Engländer kürzten das Wort im Alltag einfach auf <strong>»Cab«</strong> ab; ein Begriff, der heute weltweit jeder kennt, während unser heimischer »Hauderer« still und leise aus unserem Sprachschatz verschwunden ist.</p>



<p><strong>Warum mir diese Details so wichtig sind</strong></p>



<p>In meinem Roman geht es um den Moment, in dem die alte Welt auf die neue trifft. Wenn der Graf nach Kohle graben lässt, bricht die Moderne über das Dorf herein. Solche Begriffe wie die Hauderei helfen mir, diesen Rahmen authentisch und plausibel zu gestalten. Es sind diese kleinen Wörter, die die Atmosphäre von 1907 wieder zum Leben erwecken.</p>



<p>Fotos: Adressbuch der Stadt Lünen von 1907 (Quelle: Stadtarchiv Lünen). </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Roman-Recherche 7:  Flachs</title>
		<link>https://andre-walter.de/roman-recherche-7-flachs/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Mar 2026 21:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte(n) zwischen Lünen und Selm]]></category>
		<category><![CDATA[Recherche für Historienroman 1907]]></category>
		<category><![CDATA[Flachs]]></category>
		<category><![CDATA[Lünen]]></category>
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					<description><![CDATA[Für eine realistische Darstellung des Münsterlandes um 1907 in meinem Roman, darf ein Blick auf Feld und Acker nicht fehlen. Denn die Landwirtschaft bestimmte den Tagesablauf und das dörfliche Leben – und beschäftige ein Großteil der Menschen. Ganz besonders hat es mir jedoch der der Flachsanbau angetan. Dazu habe ich im Lünener Stadtarchiv ein passendes [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="739" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/8134-FlachsernteIn-der-Geist1946e-1024x739.jpg" alt="" class="wp-image-938" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/8134-FlachsernteIn-der-Geist1946e-1024x739.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/8134-FlachsernteIn-der-Geist1946e-300x216.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/8134-FlachsernteIn-der-Geist1946e-768x554.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/8134-FlachsernteIn-der-Geist1946e-1536x1108.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/8134-FlachsernteIn-der-Geist1946e-2048x1478.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Foto: G.Claus 1946; Flachsernte in der Geist, Lünen (Stadtarchiv Lünen)</strong>, nachträglich coloriert. </figcaption></figure>



<p></p>



<p><strong>Für eine realistische Darstellung des Münsterlandes um 1907 in meinem Roman, darf ein Blick auf Feld und Acker nicht fehlen. Denn die Landwirtschaft bestimmte den Tagesablauf und das dörfliche Leben – und beschäftige ein Großteil der Menschen. Ganz besonders hat es mir jedoch der der Flachsanbau angetan.</strong><br><br>Dazu habe ich im Lünener Stadtarchiv ein passendes Foto von 1946 gefunden. Es trägt den Titel »Flachsernte in der Geist«, daher sind im Hintergrund vermutlich der Turm der Kirche St. Marien sowie die Lippebrücke zu erkennen. Das Foto wird sehr wahrscheinlich auf dem Gelände des heutigen Segelflugplatzes aufgenommen worden sein und wird sich zu Arbeit um 1907 kaum unterscheiden. </p>



<p>Im Vordergrund des Bildes stehen kleine Bündel gezogenen Flachses auf dem Feld. Dominiert wird das Bild aber von dem Wagen, mit dem der Flachs abtransportiert wird. Über die Menschen auf dem Bild ist nichts bekannt. Ist der junge Mann mit der Forke der Sohn des Bauern oder ein angestellter Ackerknecht? Auch Kinder sind auf dem Foto zu sehen und packen mit an, denn so war das früher: die harte Arbeit auf dem Feld, die Versorgung der Tiere und die Weiterverarbeitung der Ernten forderte alle in der Familie. Versorgte ein Betrieb um 1900 sich selbst und etwa vier weitere Personen, sind es in heutiger Zeit schon 160 Menschen (<a href="https://www.agrarheute.com/land-leben/landwirtschaft-100-jahren-zwischen-nostalgie-knochenarbeit-hof-628755">lt. agrarheute</a>).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Anbau und Ernte des Flachses</h3>



<p>Der Anbau von Flachs begann im Frühjahr. Der Boden musste besonders feinkrümelig vorbereitet werden, da die Pflanzen dicht gesät wurden und empfindlich auf grobe Erdklumpen reagierten. Wenn die jungen Pflanzen nur wenige Zentimeter hoch waren, musste das Feld sorgfältig von Unkraut befreit werden. Diese Arbeit geschah meist von Hand, oft gebückt oder kniend zwischen den Pflanzen, um die empfindlichen Stängel nicht zu beschädigen.</p>



<p>Im Frühsommer blühte der Flachs mit seinen hellblauen Blüten, die ein Feld für kurze Zeit vollständig blau erscheinen lassen konnten. Nach der Blüte bildeten sich Samenkapseln, in denen die Leinsamen heranreiften.</p>



<p>Die Flachsernte unterschied sich deutlich von der Getreideernte. Flachs wurde nicht geschnitten, sondern mit der Hand aus dem Boden gezogen, damit die Fasern ihre volle Länge behielten. Die Pflanzen wurden anschließend zu kleinen Bündeln gebunden und auf dem Feld gesammelt, bevor sie abtransportiert wurden &#8211; genau so, wie es das Foto oben zeigt.</p>



<p>Nach der Ernte folgten mehrere weitere Arbeitsschritte. Zunächst wurden die Samen aus den Kapseln ausgedroschen. Danach wurde der Flachs mehrere Wochen auf Wiesen ausgebreitet, damit Tau und Feuchtigkeit die Fasern aus den Stängeln lösen konnten. Ein Vorgang, der als <strong>»Röste« </strong>bezeichnet wurde. Beim »<strong>Braken</strong>« wurden anschließend die getrockneten Flachsstängel in einer hölzernen Vorrichtung – der Brake – gebrochen. Durch wiederholtes Herunterdrücken eines Hebels zerbrachen die holzigen Teile der Pflanze, während die Fasern erhalten blieben. </p>



<p>Erst danach konnten die Fasern weiter gereinigt werden. Letzlich enstand erst hier die spinnfähige Faser, aus der Garn hergestellt und schließlich Leinenstoff gewebt werden konnte.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="756" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/flachs-1024x756.jpg" alt="" class="wp-image-944" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/flachs-1024x756.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/flachs-300x221.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/flachs-768x567.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/flachs-1536x1134.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/flachs.jpg 1650w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Schaukasten „Der Flachs“ vom Rohstoff zum Endprodukt. Bergisches Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe, Burggraben 9-21 in Bergisch Gladbach. Foto von Frank Vincentz &#8211; Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12602377</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Blick in die eigene Familiengeschichte</h3>



<p>Die Verbindung zwischen Flachs und Leinen ist auch in meiner eigenen Familiengeschichte zu finden. Mein Ur-Urgroßvater Bernhardt Trottenberg wird in historischen Quellen um 1860 als <strong>»Leinenweber und Kötter«</strong> in Waltrop bezeichnet.</p>



<p>Der Begriff Kötter bezeichnete in unserer Region einen Kleinbauern mit einem kleinen Hof, einem sogenannten Kotten. Dieser war oft nicht im Eigentum, sondern waren von einem anderen Bauern gepachtet. Da das Land oft nicht ausreichte, um eine Familie vollständig zu ernähren, gingen viele Kötter zusätzlich einer handwerklichen Tätigkeit nach. Eine verbreitete Nebentätigkeit war etwa die Leinenweberei. Der Flachs wurde teilweise selbst angebaut oder aus der Umgebung bezogen. Nach der Verarbeitung der Fasern entstand Garn, das auf einem Handwebstuhl zu Leinenstoff verarbeitet und dann verkauft wurde. </p>



<p></p>



<p>Apropos Geschichte: <br>Zwar wird der Flach auch eine Rolle in meinem Roman spielen, doch viel Interessanter: Als der tschechische Zeichner Zdeněk Miler einen Zeichentrickfilm über die Verarbeitung von Flachs erstellen wollte, suchte er nach einer geeigneten Zeichentrickfigur. Einer Legende nach stolperte er eines Tages über einen Maulwurfshügel – und so entstand 1957 der Film <em>Wie der Maulwurf zu seinen Hosen kam</em>. Die erste Folge der bekannten Kinderserie »Der kleine Maulwurf« handelt tatsächlich vom Flachs 🙂</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Roman-Recherche 6: Hüte</title>
		<link>https://andre-walter.de/roman-recherche-6-huete/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Mar 2026 14:14:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Recherche für Historienroman 1907]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://andre-walter.de/?p=791</guid>

					<description><![CDATA[Wichtig für all meine Charaktere im Historienroman: Vor 100 Jahren trug jeder einen Hut! Und der Hut war mehr als ein Accessoire – er war Statussymbol, Berufsmerkmal und Teil der sozialen Ordnung. Filzhut, Homburg, Fedora oder wenigstens eine Schiebermütze: Form, Farbe und Trageweise sagten viel über Herkunft und Rolle aus. Bei der Charakterentwicklung für den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="645" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/trauerhalle_Brambauer-1024x645.jpg" alt="" class="wp-image-792" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/trauerhalle_Brambauer-1024x645.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/trauerhalle_Brambauer-300x189.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/trauerhalle_Brambauer-768x483.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/trauerhalle_Brambauer-1536x967.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/trauerhalle_Brambauer.jpg 1741w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p><strong>Wichtig für all meine Charaktere im Historienroman: Vor 100 Jahren trug jeder einen Hut!</strong><br><br>Und der Hut war mehr als ein Accessoire – er war Statussymbol, Berufsmerkmal und Teil der sozialen Ordnung. Filzhut, Homburg, Fedora oder wenigstens eine Schiebermütze: Form, Farbe und Trageweise sagten viel über Herkunft und Rolle aus. Bei der Charakterentwicklung für den Roman sollte daher immer auch an die &#8222;passende&#8220; Kopfbedeckung gedacht werden.</p>



<p>Das Foto ganz oben stammt von 1928 und zeigt wichtige Persönlichkeiten bei der Einweihung der Trauerhalle auf dem Kommunalfriedhof in Lünen (Zum Gottesacker) (Quelle: Stadtarchiv Lünen)</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="920" height="926" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Anzeige1908Huete-Luenen.jpg" alt="" class="wp-image-941" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Anzeige1908Huete-Luenen.jpg 920w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Anzeige1908Huete-Luenen-298x300.jpg 298w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Anzeige1908Huete-Luenen-150x150.jpg 150w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Anzeige1908Huete-Luenen-768x773.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px" /><figcaption class="wp-element-caption">Anzeige eines Hutgeschäftes in Lünen von 1908 (Lüner Zeitung vom 19. September 1908, Stadtarchiv Lünen)</figcaption></figure>



<p>Hier einige gängige Hutarten für Herren zur Zeit meines Romans:</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="591" height="647" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/huete.jpg" alt="" class="wp-image-795" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/huete.jpg 591w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/huete-274x300.jpg 274w" sizes="auto, (max-width: 591px) 100vw, 591px" /></figure>



<p><strong>Filzhut</strong><br>Ein allgemeiner Oberbegriff für Hüte aus gefilzter Wolle oder Tierhaar. Filzhüte sind formstabil, wetterfest und lassen sich in vielen Formen herstellen. Sie waren im 19. und frühen 20. Jahrhundert weit verbreitet.</p>



<p><strong>Zylinder</strong><br>Ein hoher, zylindrischer Hut mit flacher Oberseite und schmaler Krempe. Der Zylinder galt im 19. Jahrhundert als formeller Herrenhut und wurde zu festlichen Anlässen, in der Diplomatie oder bei gehobener Gesellschaft getragen.</p>



<p><strong>Melone (Bowler)</strong><br>Ein runder, halbkugelförmiger Filzhut mit relativ schmaler Krempe. Die Melone entstand im 19. Jahrhundert in England und wurde vor allem von Geschäftsleuten und Beamten getragen.</p>



<p><strong>Strohhut</strong><br>Ein leichter Hut aus geflochtenem Stroh oder ähnlichen Pflanzenfasern. Durch seine luftige Struktur eignet er sich besonders für warme Temperaturen und wird traditionell im Sommer getragen.</p>



<p><strong>Homburg</strong><br>Ein eleganter Filzhut mit eingedrückter Längsfurche auf der Krone und leicht aufgebogener Krempe. Der Homburg wurde im späten 19. Jahrhundert populär und galt lange als formeller, aber weniger strenger Hut als der Zylinder.</p>



<p><strong>Fedora</strong><br>Ein weicher Filzhut mit länglicher Delle in der Krone und vorne meist leicht nach unten gebogener Krempe. Der Fedora wurde im frühen 20. Jahrhundert sehr populär und ist heute eine der bekanntesten klassischen Hutformen.</p>



<p><strong>Schiebermütze</strong><br>Eine flache Stoffmütze mit rundem, nach vorne gezogenem Oberteil und kleinem Schirm. Sie wurde besonders von Arbeitern und Handwerkern getragen und ist auch als Flat Cap oder Newsboy Cap bekannt.<br><br><strong>Ich selbst trage übrigens auch immer einen Hut, wenn ich draußen bin: praktisch bei Sonne, bei Regen, selbt bei Wind &#8211; und absolut stylisch.</strong></p>



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<p>Ich selbst&#8230;</p>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="620" height="1024" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/PXL_20250224_1745351832-edited-620x1024.jpg" alt="" class="wp-image-676" style="aspect-ratio:1;object-fit:contain" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/PXL_20250224_1745351832-edited-620x1024.jpg 620w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/PXL_20250224_1745351832-edited-182x300.jpg 182w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/PXL_20250224_1745351832-edited-768x1269.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/PXL_20250224_1745351832-edited-929x1536.jpg 929w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/PXL_20250224_1745351832-edited.jpg 1146w" sizes="auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px" /></figure>
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<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="319" height="466" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/goertz_hut.jpg" alt="" class="wp-image-801" style="aspect-ratio:1;object-fit:cover" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/goertz_hut.jpg 319w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/goertz_hut-205x300.jpg 205w" sizes="auto, (max-width: 319px) 100vw, 319px" /></figure>



<p>Mein Großvater</p>
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