<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Trottenberg &#8211; André Walter</title>
	<atom:link href="https://andre-walter.de/tag/trottenberg/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://andre-walter.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sun, 01 Nov 2026 19:19:36 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1.4</generator>

<image>
	<url>https://andre-walter.de/wp-content/uploads/cropped-aw-32x32.png</url>
	<title>Trottenberg &#8211; André Walter</title>
	<link>https://andre-walter.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Vom Flachs zur Kohle: Zufallsfund ändert Roman und Familiengeschichte</title>
		<link>https://andre-walter.de/vom-flachs-zur-kohle-zufallsfund-aendert-roman-und-familiengeschichte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Nov 2026 17:23:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bergbau]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte(n) zwischen Lünen und Selm]]></category>
		<category><![CDATA[Recherche für Historienroman 1907]]></category>
		<category><![CDATA[Brambauer]]></category>
		<category><![CDATA[Flachs]]></category>
		<category><![CDATA[Minister Achenbach]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Trottenberg]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://andre-walter.de/?p=2705</guid>

					<description><![CDATA[Eigentlich war die Sache für mich klar: meine beiden Großväter waren 1947/1948 die ersten Bergmänner in der Familie. Ein Zufallsfund überraschte mich jetzt: schon mein Ur-Urgroßvater war 50 Jahre vorher auf derselben Zeche. Das wirft ein anderes Licht auf meinen Familiengeschichte — und lässt mich eine schon fertige Szene in meinem zukünftigen Roman ändern. Als [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eigentlich war die Sache für mich klar: meine beiden Großväter waren 1947/1948 die ersten Bergmänner in der Familie. Ein Zufallsfund überraschte mich jetzt: schon mein Ur-Urgroßvater war 50 Jahre vorher auf derselben Zeche. Das wirft ein anderes Licht auf meinen Familiengeschichte — und lässt mich eine schon fertige Szene</strong><strong> in meinem zukünftigen Roman ändern.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich 2025 mein Buch »<a href="https://andre-walter.de/der-steiger-kam-am-ersten-mai/" data-type="page" data-id="560">Der Steiger kam am ersten Mai</a>« veröffentlichte, hatte ich keinen Zweifel: Opa Helmut und Opa Sepp waren die ersten Bergleute in meiner Familie. Vertrieben aus ihrer Heimat, fanden beide nach dem Krieg nach Lünen und dort Arbeit auf der Zeche Minister Achenbach. Im Buch befindet sich eine Übersicht, die zeigt, wer wann dort gearbeitet hat:</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1200" height="852" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Steiger_Buch_Zeittafel.jpg" alt="" class="wp-image-69" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Steiger_Buch_Zeittafel.jpg 1200w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Steiger_Buch_Zeittafel-300x213.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Steiger_Buch_Zeittafel-1024x727.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/Steiger_Buch_Zeittafel-768x545.jpg 768w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h3 class="wp-block-heading">Waltroper Flachsbauern und Leinenweber</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die anderen meiner Vorfahren, die vor dem Krieg hier bereits in der Gegend lebten, waren Leinenweber und Kötter. Das inspirierte mich, das Thema Flachs auch in meinem historischen Roman unterzubringen, welcher im Jahr 1907 spielt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im März 2026 schrieb ich deshalb <a href="https://andre-walter.de/roman-recherche-7-flachs/">einen Beitrag über meine Recherche zum Thema Flachsanbau</a> und erwähnte dabei meinen Ur-Urgroßvater Bernhard Trottenberg. Dieser war, so mein Quellenstand bis dahin, eben ein Leinenweber und Kötter aus Brockenscheidt (Waltrop). Ein entsprechendes Pendant fand dann als »historisch authentische« Figur auch eine Rolle in meinen Romanentwurf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mittlerweile ist mein Roman so gut wie fertig geschrieben. Während ich gerade auf das Feedback meiner Testleser und Lektoren warte, befasse ich mich wieder einmal mit meiner Familiengeschichte. Und da zeigt sich in den Kirchenbüchern von St. Peter in Waltrop zunächst tatsächlich, dass meine hiesigen Ahnen Leinenweber waren. Bei Ur-Urgroßvater Bernhardts Taufe im Jahr 1862 wird sein Vater Gerhard Heinrich Trottenberg als Leinenweber bezeichnet; bei Gerhard Heinrichs eigener Taufe 1822 wird sein Vater Heinrich Trottenberg ebenso Leinenweber bezeichnet. <em>(Siehe z.B. hier, <a href="https://data.matricula-online.eu/de/deutschland/muenster/waltrop-st-peter/KB016/?pg=20">Eintrag Nr. 82, &#8222;Linnenweber Heinrich Trottenberg</a> bei Matricular-Online.eu, welchen ich aus Lizenzgründen leider nicht hier als Grafik einstellen kann)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Da liegt es doch Nahe, dass Bernhardt auch Leinenweber wurde (was der Heiratseintrag dann auch wiederum bestätigt). Soweit, so plausibel.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h3 class="wp-block-heading">Die ersten Bergleute der Zeche Minister Achenbach</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Dann sah ich mir auf  Wolfgang Schuberts Internetseite (Minister-Achenbach.de) eher zufällig die alten Listen zur Belegschaft der Zeche Minister Achenbach an. Wolfgang hat die originalen Bücher von damals und einen Teil der Namen <a href="https://www.minister-achenbach.de/belegschaftsliste.html">im Internet veröffentlicht</a>. Er kennt also die Namen der allerersten Arbeiter, beginnend mit dem ersten Spatenstich im Mai 1897. Und da findet sich in den Listen ein Bernhardt Trottenberg. Das war unerwartet, doch zunächst konnte ich ihn nicht eindeutig zuordnen, weil mir sein Geburtsdatum fehlte. Über die Waltroper Kirchenbücher habe ich es dann absichern können und damit war klar: Der Bernhardt Trottenberg auf Achenbach ist derselbe Bernhardt aus meiner Familie. Geboren am 09. Oktober 1862 in Waltrop, angefangen als Schachthauer auf Achenbach in Brambauer am 01. Oktober 1897.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img decoding="async" width="808" height="522" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/023_UNTE.jpg" alt="" class="wp-image-2717" style="width:936px;height:auto" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/023_UNTE.jpg 808w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/023_UNTE-300x194.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/023_UNTE-768x496.jpg 768w" sizes="(max-width: 808px) 100vw, 808px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eines der frühestens Fotos vom Betrieb der Zeche Minister Achenbach, ca. 1900-1910. Fotograf Unbekannt. </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das bedeutet, dass mein Ur-Urgroßvater tatsächlich einer der ersten Arbeiter auf Achenbach war und der erste nachweisbare Bergmann in meiner Familie ist. Und ausgerechnet auf derselben Zeche, auf der knapp 50 Jahre später meine Großväter Arbeit finden würden. Auf der Zeche, auf der auch mein Onkel und mein Vater gelernt und gearbeitet haben.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="761" height="1080" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/hauerbrief-761x1080.jpg" alt="" class="wp-image-2713" style="aspect-ratio:0.7046239362643646;width:401px;height:auto" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/hauerbrief-761x1080.jpg 761w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/hauerbrief-211x300.jpg 211w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/hauerbrief-768x1090.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/hauerbrief.jpg 874w" sizes="(max-width: 761px) 100vw, 761px" /><figcaption class="wp-element-caption">Opa Helmuts Hauerbrief, fast genau 50 Jahre nach dem ersten Arbeitstag von Ur-Urgroßvater Bernhardt Trottenberg ausgestellt. (Quelle: Julian Walter)</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Eine neue Idee für eine Romanszene</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die neue Erkenntnis stimme mich dann auch nachdenklich bezüglich einer Szene <a href="https://andre-walter.de/recherche-fuer-meinen-historischen-roman/" data-type="post" data-id="952">in meinem historischen Roman</a>. Die Handlung spielt nämlich genau in dem kurzen Moment, wo nach der Kohle gesucht wird; der Moment, bevor die Zeche errichtet wird.  Natürlich machen sich im Roman einige Dorfbewohner und Bauern Gedanken um die Zukunft, ob eine mögliche Zeche Fluch oder Segen sein wird. Ob sie dadurch etwas gewinnen oder verlieren werden. Und hier sehe ich plötzlich durch meinen Zufallsfund Potenzial, diesen Konflikt noch deutlicher auch in die gute Stube zu bringen. So sitzt in einer Szene bislang die Familie des Protagonisten am Esstisch und sinniert eigentlich nur über die Ernte, über Flachs:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow" style="margin-top:var(--wp--preset--spacing--10);margin-bottom:var(--wp--preset--spacing--10);padding-top:var(--wp--preset--spacing--30);padding-bottom:var(--wp--preset--spacing--30)">
<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">(&#8230;) Zunächst drehte sich das Gespräch um Pfarrer Tenhages Predigt und den reichlichen Gaben am Altar. »Der Roggen hat dieses Jahr gut gestanden«, bemerkte August schließlich und brach ein Stück Brot entzwei. »Fast kein Lagergetreide. Und der Flachs war besser als im vergangenen Jahr.« Heinrichs Mutter hob den Kopf. »Du und dein Flachs.« Ein Schmunzeln ging um den Tisch. »Der Flachs bringt uns Leinen, und davon können wir gut leben.«, erwiderte August und schnitt sich ein Stück Braten ab. »Du weißt doch, er braucht seine Zeit. Wer dauernd nachsieht, ob er wächst, macht sich nur selbst verrückt. Dann wird nichts daraus.« Tante Gertrud verdrehte die Augen. »Ja August. Das wissen wir doch.«</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Gelächter ging durch die Runde. Nur Heinrich lächelte kaum. Sein Blick glitt über August hinweg zur Uhr zwischen den Fenstern: Kurz vor halb eins. Gertrud bemerkte es zuerst. »Schmeckt es dir nicht?« (&#8230;)</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Soweit, so unspektakulär. Denn eigentlich ist der Plot in diesem Esszimmer auch ein ganz anderer (nämlich ein heimliches Treffen, das jemand am Tisch nicht verpassen will und sich deshalb unter einem Vorwand verabschiedet). An diesem Tisch ist Ur-Urgroßvater Bernhardt Pate für den fiktiven Onkel August im Roman. Bislang hatte ich August ausschließlich als Leinenweber gesehen. Als sehr passionierten Flachsbauer, der in 3. oder 4. Generation genau weiß, wie man ihn pflegt und hegt, um maximalen Ertrag zu bekommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch seit heute weiß ich, dass sein realer Alter Ego 1897 tatsächlich dem Flachs den Rücken kehrte, und der erste Bergmann meiner realen Familie wurde. Was wäre also, wenn auch mein Roman-August den Flachs satt hätte und davon gehört hat, wie gut Bergmänner entlohnt werden? Wenn er genug hat von der mühseligen Handarbeit auf dem kargen, viel zu kleinen Acker, den er geerbt hat? Was, wenn er das ganze als die Chance seines Lebens sieht? Denn das ist ja der Kern meines Romans: es geht um den Preis des Aufbruchs; über den Moment, in dem sich entscheidet, ob ein Mensch den vorgezeichneten Weg verlässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann wird das Gespräch am Tisch sicher anders verlaufen. Und meinem Protagonisten, der sich schnell zum heimlichen Treffen verdünnisieren will, noch Schweiß auf die Stirn treiben. Ja, ich denke, im fertigen Roman wird sich die Szene bestimmt anders darstellen! 😉<br></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>P.S. Die Kirchenbücher zeigen leider auch, dass Bernhardt Trottenberg spätestens 1903 zum Berginvaliden wurde. Also </em>er <em>wegen Krankheit, Alter oder Arbeitsunfall arbeitsunfähig geworden ist. Das geht aus der  amtlichen Todesanzeige seiner Mutter hervor, die 1903 starb. Die genauen Umstände seiner Invalidität sind mir derzeit nicht bekannt</em>.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="678" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/trb2-1-1024x678.jpg" alt="" class="wp-image-736" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/trb2-1-1024x678.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/trb2-1-300x199.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/trb2-1-768x509.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/trb2-1-1536x1018.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/trb2-1-2048x1357.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">In der Mitte: Bräutigam Johann-Theodor Trottenberg; der Sohn von Bernhardt Trottenberg und mein Urgroßvater. Ob Bernhardt bei der Hochzeit 1926 noch lebte, ist mir nicht bekannt. (Foto: Privat / eigene Coloration)</figcaption></figure>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
