
Das Foto zeigt den Hof „Große-Meininghaus“ im heutigen Lünen-Brambauer, stellvertretend für viele Höfe, wie sie um 1900 in Westfalen ausgesehen haben.
Interessant ist hier auch, was das Foto nicht zeigt: Unter dem Land des Hofes war einige Jahre zuvor ein unterirdischer Kanal gebaut worden. Denn ab 1894 wurden die Abwässer Dortmunds auf den Feldern zwischen Waltrop, Datteln und Lünen verrieselt – daher der bis heute gebräuchliche Name „Rieselfelder“.
Die genauen Umstände sind mir nicht bekannt. Im Dortmunder Archiv findet sich jedoch der Hinweis, dass der Landwirt gegen die Entschädigung geklagt hat. Das lässt vermuten, dass der Kanal zunächst ohne ausreichende Entschädigung gebaut wurde.
Solche Details sammle ich für meinen historischen Roman. Denn nicht zuletzt brauchte auch die sich ausbreitende Industrie (Zechen, Stahlwerken, Schienen) Land, das nicht alle einfach so hergeben wollten….
Notiz am Rande: Brambauer war zu dieser Zeit eine eigenständige Gemeinde im Landkreis Dortmund (die Eingemeindung nach Lünen erfolgte erst 1928)
(Foto: Friedhelm Eschner, bearbeitet durch mich)