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	<title>Flachs &#8211; André Walter</title>
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		<title>Roman-Recherche 7:  Flachs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[André]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Mar 2026 21:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte(n) zwischen Lünen und Selm]]></category>
		<category><![CDATA[Recherche für Historienroman 1907]]></category>
		<category><![CDATA[Flachs]]></category>
		<category><![CDATA[Lünen]]></category>
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					<description><![CDATA[Für eine realistische Darstellung des Münsterlandes um 1907 in meinem Roman, darf ein Blick auf Feld und Acker nicht fehlen. Denn die Landwirtschaft bestimmte den Tagesablauf und das dörfliche Leben – und beschäftige ein Großteil der Menschen. Ganz besonders hat es mir jedoch der der Flachsanbau angetan. Dazu habe ich im Lünener Stadtarchiv ein passendes [&#8230;]]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="739" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/8134-FlachsernteIn-der-Geist1946e-1024x739.jpg" alt="" class="wp-image-938" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/8134-FlachsernteIn-der-Geist1946e-1024x739.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/8134-FlachsernteIn-der-Geist1946e-300x216.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/8134-FlachsernteIn-der-Geist1946e-768x554.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/8134-FlachsernteIn-der-Geist1946e-1536x1108.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/8134-FlachsernteIn-der-Geist1946e-2048x1478.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption"><strong>Foto: G.Claus 1946; Flachsernte in der Geist, Lünen (Stadtarchiv Lünen)</strong>, nachträglich coloriert. </figcaption></figure>



<p></p>



<p><strong>Für eine realistische Darstellung des Münsterlandes um 1907 in meinem Roman, darf ein Blick auf Feld und Acker nicht fehlen. Denn die Landwirtschaft bestimmte den Tagesablauf und das dörfliche Leben – und beschäftige ein Großteil der Menschen. Ganz besonders hat es mir jedoch der der Flachsanbau angetan.</strong><br><br>Dazu habe ich im Lünener Stadtarchiv ein passendes Foto von 1946 gefunden. Es trägt den Titel »Flachsernte in der Geist«, daher sind im Hintergrund vermutlich der Turm der Kirche St. Marien sowie die Lippebrücke zu erkennen. Das Foto wird sehr wahrscheinlich auf dem Gelände des heutigen Segelflugplatzes aufgenommen worden sein und wird sich zu Arbeit um 1907 kaum unterscheiden. </p>



<p>Im Vordergrund des Bildes stehen kleine Bündel gezogenen Flachses auf dem Feld. Dominiert wird das Bild aber von dem Wagen, mit dem der Flachs abtransportiert wird. Über die Menschen auf dem Bild ist nichts bekannt. Ist der junge Mann mit der Forke der Sohn des Bauern oder ein angestellter Ackerknecht? Auch Kinder sind auf dem Foto zu sehen und packen mit an, denn so war das früher: die harte Arbeit auf dem Feld, die Versorgung der Tiere und die Weiterverarbeitung der Ernten forderte alle in der Familie. Versorgte ein Betrieb um 1900 sich selbst und etwa vier weitere Personen, sind es in heutiger Zeit schon 160 Menschen (<a href="https://www.agrarheute.com/land-leben/landwirtschaft-100-jahren-zwischen-nostalgie-knochenarbeit-hof-628755">lt. agrarheute</a>).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Anbau und Ernte des Flachses</h3>



<p>Der Anbau von Flachs begann im Frühjahr. Der Boden musste besonders feinkrümelig vorbereitet werden, da die Pflanzen dicht gesät wurden und empfindlich auf grobe Erdklumpen reagierten. Wenn die jungen Pflanzen nur wenige Zentimeter hoch waren, musste das Feld sorgfältig von Unkraut befreit werden. Diese Arbeit geschah meist von Hand, oft gebückt oder kniend zwischen den Pflanzen, um die empfindlichen Stängel nicht zu beschädigen.</p>



<p>Im Frühsommer blühte der Flachs mit seinen hellblauen Blüten, die ein Feld für kurze Zeit vollständig blau erscheinen lassen konnten. Nach der Blüte bildeten sich Samenkapseln, in denen die Leinsamen heranreiften.</p>



<p>Die Flachsernte unterschied sich deutlich von der Getreideernte. Flachs wurde nicht geschnitten, sondern mit der Hand aus dem Boden gezogen, damit die Fasern ihre volle Länge behielten. Die Pflanzen wurden anschließend zu kleinen Bündeln gebunden und auf dem Feld gesammelt, bevor sie abtransportiert wurden &#8211; genau so, wie es das Foto oben zeigt.</p>



<p>Nach der Ernte folgten mehrere weitere Arbeitsschritte. Zunächst wurden die Samen aus den Kapseln ausgedroschen. Danach wurde der Flachs mehrere Wochen auf Wiesen ausgebreitet, damit Tau und Feuchtigkeit die Fasern aus den Stängeln lösen konnten. Ein Vorgang, der als <strong>»Röste« </strong>bezeichnet wurde. Beim »<strong>Braken</strong>« wurden anschließend die getrockneten Flachsstängel in einer hölzernen Vorrichtung – der Brake – gebrochen. Durch wiederholtes Herunterdrücken eines Hebels zerbrachen die holzigen Teile der Pflanze, während die Fasern erhalten blieben. </p>



<p>Erst danach konnten die Fasern weiter gereinigt werden. Letzlich enstand erst hier die spinnfähige Faser, aus der Garn hergestellt und schließlich Leinenstoff gewebt werden konnte.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="756" src="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/flachs-1024x756.jpg" alt="" class="wp-image-944" srcset="https://andre-walter.de/wp-content/uploads/flachs-1024x756.jpg 1024w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/flachs-300x221.jpg 300w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/flachs-768x567.jpg 768w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/flachs-1536x1134.jpg 1536w, https://andre-walter.de/wp-content/uploads/flachs.jpg 1650w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Schaukasten „Der Flachs“ vom Rohstoff zum Endprodukt. Bergisches Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe, Burggraben 9-21 in Bergisch Gladbach. Foto von Frank Vincentz &#8211; Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12602377</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Blick in die eigene Familiengeschichte</h3>



<p>Die Verbindung zwischen Flachs und Leinen ist auch in meiner eigenen Familiengeschichte zu finden. Mein Ur-Urgroßvater Bernhardt Trottenberg wird in historischen Quellen um 1860 als <strong>»Leinenweber und Kötter«</strong> in Waltrop bezeichnet.</p>



<p>Der Begriff Kötter bezeichnete in unserer Region einen Kleinbauern mit einem kleinen Hof, einem sogenannten Kotten. Dieser war oft nicht im Eigentum, sondern waren von einem anderen Bauern gepachtet. Da das Land oft nicht ausreichte, um eine Familie vollständig zu ernähren, gingen viele Kötter zusätzlich einer handwerklichen Tätigkeit nach. Eine verbreitete Nebentätigkeit war etwa die Leinenweberei. Der Flachs wurde teilweise selbst angebaut oder aus der Umgebung bezogen. Nach der Verarbeitung der Fasern entstand Garn, das auf einem Handwebstuhl zu Leinenstoff verarbeitet und dann verkauft wurde. </p>



<p></p>



<p>Apropos Geschichte: <br>Zwar wird der Flach auch eine Rolle in meinem Roman spielen, doch viel Interessanter: Als der tschechische Zeichner Zdeněk Miler einen Zeichentrickfilm über die Verarbeitung von Flachs erstellen wollte, suchte er nach einer geeigneten Zeichentrickfigur. Einer Legende nach stolperte er eines Tages über einen Maulwurfshügel – und so entstand 1957 der Film <em>Wie der Maulwurf zu seinen Hosen kam</em>. Die erste Folge der bekannten Kinderserie »Der kleine Maulwurf« handelt tatsächlich vom Flachs 🙂</p>



<p></p>
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