Gelb, Orange, Rot, Violett – so schön wie im Herbst strahlen die Wolken selten in diesen Farben, wenn die Sonne aufgeht! Zwischen Mitte Oktober und Anfang Dezember strahlt die Sonne besonders oft die Wolken von unten an, und färbt sie unbeschreiblich schön:

Der Himmel über Selm-Beifang am 20.10.2020, 7:54 Uhr
Der Himmel über Selm-Beifang am 20.10.2020, 7:58 Uhr

Ob es für dieses -über eine normale Morgenröte hinausgehende- Schauspiel gerade im Herbst einen bestimmen wissenschaftlichen oder meteorologischen Namen gibt, weiß ich nicht.

Das sogenannte Nachtleuchten von Wolken ist gut beschrieben (zum Beispiel hier bei GEO.de); ebenso das Purpurlicht (Wikipedia) beim Sonnenuntergang. Und auch die Engel backen des Abends schon mal Plätzchen – doch dass hier auf den Bildern zu sehende Morgenphänomen im Herbst scheint mir dagegen bislang wenig(er) Beachtung gefunden zu haben?

Eher zufällig ist mir vor Jahren aufgefallen, dass immer wieder ab Ende Oktober eines jeden Jahres der Himmel erstmals gut sichtbar so schön ausschaut. Klar ist zumindest, dass es dafür einer besonderen Wetterlage bedarf, damit es so bunt zugeht. Denn zumindest nordöstlich vom Betrachtungsstandpunkt muss es wolkenfrei sein, damit die Sonnenstrahlen die über einem selbst vorhandenen Wolkendecke von unten anstrahlen kann.

Der Himmel zwischen Lünen und Selm Mitte November

Und dabei kommt offenbar der Westwind zu Gute, der an 2/3 aller Tage hier in Mitteleuropa vorherrscht. Denn der bringt erst die feuchte Luft vom Atlantik rüber, während es östlicher (wo der Wind hinweht) eben noch wolkenfrei ist. Meist bedeutet die Morgenröte also auch schlechtes Wetter.

Morgenrot, schlecht Wetter droht

Bauernregel

Wobei sich das übrigens auch schon in der Bibel findet:

Und des Morgens sprecht ihr: Es wird heute ein Unwetter kommen, denn der Himmel ist rot und trübe.

Matthäus 16:3

In der übrigen Zeit des Jahres habe ich nur sehr selten beobachten können, wie die Wolken so stark und farbenfroh angestrahlt werden. Meist ist es entweder komplett bewölkt oder ganz wolkenfrei am Morgen, ggf. Frühnebel.

Andererseits sind mir Sonnenaufgänge im Sommer auch oft zu früh: ich verschlafe sie schlicht! Vielleicht steht die Sonne im Sommer auch einfach schlechter, wenn der Wind von Westen kommt und die Sonne im Südosten aufgeht?

Doch grau ist alle Theorie – und farbenprächtig die Realität!

Foto aus Wikipedia, Red sky at morning, during sunrise, by Simon Eugster CC BY-SA 3.0

Sollte es doch einen Namen dafür geben:
bitte melden unter hallo@andre-walter.de 🙂

Kategorien: Schönes