Selm bekommt wieder eine Radstation! Und zwar genau dort, wo sie bis 2014 schon einmal war: am Bahnhof Beifang. Diesmal mit dabei: eine Bäckerei mit kleinem Café.

Am 20. April 2021 wurde der Spaten fürs Foto in den Boden gesteckt, seitdem ziert schon Absperrband das ehemalige Bahnhofsgebäude. 100 Abstellplätze für Fahrräder werden dort bis zum Sommer im Gebäude errichtet. Passend dazu wird es Schließfächer geben für Helme, Handschuhe, Trinkflaschen, etc., so die Pressemitteilung der Stadt Selm. Mit dem passenden Chip (Monatsgebühr) ist jederzeit Zugang zum Radparkplatz möglich.

Errichtet und betrieben wird die Radstation mit Parkhaus wieder von der AWO-Tochter »DasDies GmbH«. Sie hatte früher schon einmal eine Radstation in dem Gebäude, gab sie aber 2014 auf. Das gute daran: Die Schilder von damals hängen noch am Gebäude 😉 In der neuen Radstation werden drei Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung entstehen. Auch Radreparaturen sind dann hier wieder möglich.

DasDies betreibt bereits viele Radstationen im Kreis Unna, u.a. am HBF in Lünen. Mehr darüber und zum Service gibt es hier auf deren Internetseite.

Bereits auf der Bürgerversammlung im November 2019 wurde die Radstation angekündigt. Sie ist ein wichtiger Baustein im Klima- und Mobilitätskonzept der Stadt Selm. Damals wurde mitgeteilt, dass die Stadt dem (damals noch unbekannten) Betreiber einen jährlichen Mietzuschuss über 20.000 Euro bezahlen wird. In der Pressemitteilung stand nichts mehr davon, ich gehe dennoch davon aus, dass dieser Zuschuss essentiell für die Einrichtung der Radstation ist und somit auch zukünftig gezahlt wird.

Kleines Café von M+B

Ergänzt wird die Radstation durch eine Bäckerei mit kleinem Café und ca. 10 Sitz- und Stehplätzen. Snacks und Kaffee für Bahnreisende und natürlich das normale Angebot einer Bäckerei wird es dort geben. Dahinter steht der Selmer Landwirt Franz-Josef May mit M+B Backwaren aus Olfen, der bereits »das Kaffeehaus« an der Kreisstraße betreibt. Zudem hatte er vor einigen Jahren nur 100 Meter entfernt schon einmal eine kleine Bäckerei am Sandforter Weg (vormals Kallwey, dann ein Billigbäcker, jetzt nur noch Wohnungen).

Die neue Bäckerei am Bahnhof soll ein »Naturbäcker« werden. Ich vermute, dass dahinter wohl ein Konzept wie bei der hiesigen Bäckerei Kanne steckt, dass auf chemischen Backmittel, Emulgatoren, Fertigmischungen und ähnliches verzichtet wird.

Die Standortwahl ist übrigens sehr gut, da sich mittlerweile die allermeisten Bäckereien an der Kreis- und Ludgeriestraße konzentriert haben. Überhaupt ist die Radstation und die Bäckerei selbstverständlich eine Aufwertung des Bahnhofes. Zudem liegt der Bahnhof auch an der überregionalen »Römer-Lippe-Route«, die Radfahrende von Detmold über Selm bis Xanten führt – somit also genau Richtig für die Zielgruppe.


Eine ältere Karte von 2019

Endlich wieder eine weiter Möglichkeit zur Radreparatur

Abschließend finde ich es auch sehr gut, dass es wieder eine weitere Möglichkeit für Radreparaturen gibt. Schäden am Rad sind in Selm kein vergnügen – zumindest wenn man zwei linke Hände hat und auf fremde Hilfe angewiesen ist, wie ich persönlich mehrfach erfahren durfte in den letzten Jahren: manchmal dauert es Wochen (»ne jetzt in den Sommerferien haben wir zwar auf, reparieren aber nichts«) manchmal ist es unheimlich teuer, manchmal auch so Sprüche wie »nur wenn Sie das Rad bei mir auch gekauft haben, repariere ich es«, die einem da bei den rar gesäten, örtlichen Radverkäufern entgegen kommen.

Als wäre sie nie weg gewesen…

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