Ein alter Grenzstein in Brambauer

Published by André Walter on

Vor über 400 Jahren verlief die Grenze zwischen den Grafschaften Dortmund und Mark durch das heutige Lünen. Das Gebiet des Stadtteil Brambauers gehörte damals zur Grafschaft Dortmund, während die Stadt Lünen zur Grafschaft Mark gehörte.

Jene Grenze zwischen beiden Grafschaften wurde weitgehend mit Sperrlandwehren und Schanzen gesichert. An manchen Stellen befanden sich jedoch nur Grenzsteine –und ein solcher Grenzsteine steht heute noch an seinem ursprünglichen Standort in Brambauer.

2006 hatte ich die Gelegenheit, den Stein mit einer kleinen Ausflugstruppe und Führung durch den Lippeverband zu besichtigen.

Denn leicht zu finden ist er nicht, dieser Grenzstein. Er liegt eingezäunt auf dem Gelände des Lippeverandes in einem Naturschutzgebiet, am Pumpwerk an der Brambauerstraße. Sprich: auf nichtöffentlichem Privatgelände. Und dort ist er kaum sichtbar unter Bäumen auf der gegenüberliegenden Seite eines Teiches.

Kaum zu erkennen…

Auf der nach Nord gewandten Seite ist eingraviert G+MW MARCK und auf der Südseite DORTMVND.

Der Grenzstein im Jahr 2006

Der hiesige Landwirt August Baukelmann wurde 1947 mit dem Grenzstein fotografiert. Für mich damals die Gelegenheit, die Szene einfach nochmal nachzustellen:

Landwirt Baukelmann 1947
Ich selbst 2006 mit dem Foto von Baukelmann an selber Stelle

Ein Blick ins Pumpwerk

Der Lippeverband gewährte uns denn auch einen kurzen Blick ins Pumpwerk gegenüber des Grenzsteines. Das Pumpwerk steht übrigens an der tiefsten Stelle Brambauers, wenn man den Kanal einmal außer acht lässt.

Ein weiterer Stein in Lippholthausen

An der ehemaligen Schlossmühle Lippholthausen steht der zweite Stein auf Lünener Stadtgebiet. Er wurde erst 1989 dort hingestellt und war viele Jahre zuvor vor dem Museum der Stadt ausgestellt.

Meines Wissens nach ist der heutige Standort an der Mühle keinesfalls der Originalplatz, weil die Grenze weiter südlich verlief. Zumindest in der Ausarbeitung von Paul Grävinhoff, an dem ich mich bei meiner Karte orientiert habe: 1

Umkämpfte Brambauerschaft

Brambauer war damals von Dortmunds Nachbarn begehrt. 1601 gab es ein überliefertes Scharmützel um eine Schanze in Brambauer:

Quellen:

  1. Grävinghoff, Paul: „Verlauf und (die) Geschichte der Dortmunder Grafschaftsgrenze von der Emscher beim ehemaligen Haus Altenmengede bis zum „Derner Baum“ mit ihren Landwehren, Grenzbächen, Schlagbäumen und Schanzen“ – Ein Beitrag zur Geschichte Dortmunds von Paul Grävinghoff, Dortmund, Dezember 1984″