
Lokale Geschichten sichtbar gemacht – mit Karten, Fotografien und historischen Quellen.
André Walter
Autor und Gestalter
Alles begann mit einem verblassten Foto meines Elternhauses aus dem Jahr 1942. Ein Foto, das mich als Jugendlichen in den Bann der Heimatgeschichte zog. Seit mittlerweile 20 Jahren recherchiere und erzähle ich Geschichten zwischen Lünen und Selm, zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Mit historischen Fotos, Karten und eigenen Recherchen.
Was als Hobby begann, wurde 2025 zu meinem freiberuflichen Nebenberuf: Seitdem bin ich als Autor und Gestalter unterwegs – mit einem besonderen Faible für Landkarten, die Geschichten sichtbar machen.
Schön, dass Sie hergefunden haben!
Bei Fragen -> hallo[äd]andre-walter.de
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Nachdem ich mich zuletzt mit dem Lehrerinnenzölibat beschäftigt habe, bin ich bei der weiteren Recherche für meinen historischen Roman gleich beim nächsten Schulthema hängen geblieben: den Herbstferien am Ende der Erntezeit. Die Handlung meines Romans beginnt kurz nach dem Herbstanfang im September 1907. Ein Großteil der Ernte ist da bereits eingefahren und das Erntedankfest steht…

Beim Wort »Zölibat« denkt man heute meist an katholische Priester. Doch dass es in Preußen vor 120 Jahren auch ein staatliches Zölibat für Lehrerinnen gab, wurde mir erst bei den Recherchen für meinen historischen Roman bewusst. Ich bin zufällig darüber gestolpert, als ich mehr über Schulen im Münsterland um 1907 wissen wollte. Das sogenannte Lehrerinnenzölibat…

Wenn man heute an das Münsterland denkt, denkt man fast automatisch auch an Fahrräder. Vorallem Münster selbst ist ja der Inbegriff des Fahrradfahrens schlechthin. Doch wie war es vor 120 Jahren, der Zeit meines Romans? Zumindest lässt sich sagen: Um 1900 taucht das Fahrrad plötzlich überall auf. Nicht sofort auf jedem Bauernhof, aber schleichend als…

Heute einmal in eigener Sache: Am Donnerstag, den 28. Mai 2026, lade ich herzlich zu einer ganz persönlichen Autorenlesung aus meinem Buch »Der Steiger kam am ersten Mai« in die Bürgerbücherei Brambauer ein. An dem Abend lese ich aber nicht nur einige Kapitel aus dem Buch, sondern bringe auch noch viele Fotos und weitere Erinnerungen…

Zum 25. Mai 2026 tritt der neue Nahverkehrsplan der VKU in Kraft. Die altbekannten Linien R19 und D19 verschwinden, dafür kommt das neue X- und Y-Liniensystem der VKU nach Selm und bringen eine Direktverbindung nach Werne. X und Y? Was ein wenig nach einer alten Sendung von Eduard Zimmermann klingt, ist ein neues Konzept für…

Drei alte Männer sitzen vor der Kamera: weiße Bärte, dunkle Anzüge, Orden auf der Brust. Im Jahr 1907, der Zeit meines Historienromans, liegt der Krieg, in dem sie kämpften schon drei Jahrzehnte zurück. Aber seine Spuren und Erinnerungen sind damals noch überall im Alltag präsent, selbst in einem kleinen Münsterländer Dorf. Besonders spannend: Diese Spuren…

Ja, Sie haben im Absatz vorher richtig gelesen: ich erstelle eigene Landkarten über meine Heimat.
Dabei beginne ich nicht einfach mit einer fertigen Karte. Schritt für Schritt entsteht aus Straßenverläufen, Gebäuden, Gewässern und Grünflächen ein neues Bild meiner Heimat. Viele Grundlagen stammen aus frei verfügbaren Geodaten, die ich anschließend aufbereite, ergänze und grafisch neu interpretiere.
Doch die eigentliche Arbeit beginnt erst danach: Wege werden angepasst, Flussläufe gestaltet, Vegetation ergänzt und Farben bewusst reduziert, damit die Karten nicht technisch, sondern lebendig wirken. So entstehen keine klassischen Navigationskarten, sondern atmosphärische Darstellungen regionaler Geschichte.
Besonders faszinieren mich die Veränderungen einer Landschaft im Laufe der Zeit. Wo heute Straßen und Wohngebiete liegen, befanden sich früher Felder, Zechenanlagen oder alte Wasserläufe. Genau diese Spuren versuche ich sichtbar zu machen – zwischen Lippe, Bergbau, Siedlungsgeschichte und dem Wandel meiner Heimatregion.
Meine Karten sollen deshalb nicht nur Orientierung bieten, sondern Geschichten erzählen. Sie zeigen, wie eng Landschaft, Erinnerung und lokale Geschichte miteinander verbunden sind.
Die nebenstehende Grafik zeigt beispielhaft, wie aus einer einfachen Grundstruktur nach und nach eine fertige Karte entsteht – von den ersten Linien bis zur finalen Ausarbeitung mit Vegetation, Beschriftung und plastischer Wirkung.

Aktuell arbeite ich an meinem zweiten Buch: ein historischer Roman, der in einem fiktiven Dorf zwischen Münster und Dortmund im Jahre 1907 spielt. Ein Roman über den Preis des Aufbruchs, über die Macht von Ideen – und über den Moment, in dem sich entscheidet, ob ein Mensch den vorgezeichneten Weg verlässt.
Das Dorf wird getragen von Glaube, Gewissheit und einer alten Sage. Doch die ländliche Idylle trügt: Als der Graf gegen jede Vernunft so tief im Münsterland nach Kohle graben lässt, bricht die moderne Welt unaufhaltsam über das Dorf herein. Zwischen Gier nach dem »schwarzen Gold« und der Angst vor dem Verlust der Heimat entbrennt ein Streit, der tiefe Gräben durch die Gemeinschaft zieht. Als dann noch ein Mann tot im Wald gefunden wird, öffnet sich der Blick in den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 – und zeigt, wie nah Vergangenheit und Gegenwart beieinanderliegen.
Mittendrin: Zwei Seelen, die niemals füreinander bestimmt waren, erkennen einander im Denken, im Zweifel, in der Sehnsucht nach einem anderen Leben. Was zwischen ihnen entsteht, ist ein leises Versprechen, eine Ahnung von Glück, die so wenig in dieses Dorf passt wie die Kohle unter seinen Feldern.
Dafür recherchiere ich zum Leben der damaligen Zeit.
