
Lokale Geschichten sichtbar gemacht – mit Karten, Fotografien und historischen Quellen.

Die Orte in meinem Roman beschreibe ich meist sehr detailliert: Wie sieht der Flur im Schulgebäude aus? Wo stehen beim Erntedankgottesdienst die Gaben vor dem Altar? Wie riecht es morgens in der Schenke? Wie klingt die Bohrstelle in der Ferne? Ob meine Leser das alles so genau wissen müssen? Wahrscheinlich nicht. Mir ist es dennoch…

Im Frühjahr 2025 begann ich mit den ersten Sätzen für meinen historischen Roman. Eine Szene stellt zu Beginn einen preußischen Beamten vor. Zunächst schrieb ich: Der Berliner Beamte war dafür bekannt, äußerst genau hinzusehen. Er prüfte alles zweimal, selbst auf dem Lüdinghausener Bahnsteig schaute er penibel, ob jeder Stein richtig gesetzt war und ob die…

»Erstmal eine gute Tassen Bohnenkaffee!« Genau dieser Satz brachte mich ins Grübeln. Ich habe ihn oft bei älteren Menschen gehört, die nicht nur Kaffee, sondern explizit einen Bohnenkaffee wollten. Doch erst im Zuge meiner Romanrecherche wurde mir klar: ich sollte mir das mit dem Kaffeetrinken im Jahr 1907 vielleicht genauer ansehen. Denn offenbar stand auf…

Durch Lünens historische Altstadt bin ich schon so oft in meiner Mittagspause gelaufen. Doch erst jetzt sind mir die teilweise sehr schönen Haustüren aufgefallen. Hier einige davon aus der Roggen-, Silber-, und Mauerstraße:

Als ich über die Querungshilfe auf der Selmer Münsterlandstraße schrieb, kam mir die Frage: Wie viele Autos fahren denn überhaupt wirklich dort entlang? Also hab ich mir Zahlen besorgt – die allerdings von 2021 stammen. Denn die neusten Zahlen sind leider nicht mehr bei der Stadt Selm online. Zweifellos ist die Münsterlandstraße viel befahren, doch…
André Walter
Autor und Gestalter
Schön, dass Sie hergefunden haben! Alles begann mit einem verblassten Foto meines Elternhauses aus dem Jahr 1942. Ein Foto, das mich als Jugendlichen in den Bann der Heimatgeschichte zog. Seit mittlerweile 20 Jahren recherchiere und erzähle ich Geschichten zwischen Lünen und Selm, zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Mit historischen Fotos, Karten und eigenen Recherchen.
Was als Hobby begann, wurde 2025 zu meinem freiberuflichen Nebenberuf: Seitdem bin ich als Autor und Gestalter unterwegs – mit einem besonderen Faible für Landkarten, die Geschichten sichtbar machen.
hallo[äd]andre-walter.de
Schön, dass Sie mich gefunden haben!
















Aktuell arbeite ich an meinem zweiten Buch: ein historischer Roman, der in einem fiktiven Dorf zwischen Münster und Dortmund im Jahre 1907 spielt. Ein Roman über den Preis des Aufbruchs, über die Macht von Ideen – und über den Moment, in dem sich entscheidet, ob ein Mensch den vorgezeichneten Weg verlässt.
Das Dorf wird getragen von Glaube, Gewissheit und einer alten Sage. Doch die ländliche Idylle trügt: Als der Graf gegen jede Vernunft so tief im Münsterland nach Kohle graben lässt, bricht die moderne Welt unaufhaltsam über das Dorf herein. Zwischen Gier nach dem »schwarzen Gold« und der Angst vor dem Verlust der Heimat entbrennt ein Streit, der tiefe Gräben durch die Gemeinschaft zieht. Als dann noch ein Mann tot im Wald gefunden wird, öffnet sich der Blick in den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 – und zeigt, wie nah Vergangenheit und Gegenwart beieinanderliegen.
Mittendrin: Zwei Seelen, die niemals füreinander bestimmt waren, erkennen einander im Denken, im Zweifel, in der Sehnsucht nach einem anderen Leben. Was zwischen ihnen entsteht, ist ein leises Versprechen, eine Ahnung von Glück, die so wenig in dieses Dorf passt wie die Kohle unter seinen Feldern.
Dafür recherchiere ich zum Leben der damaligen Zeit.


Ja, Sie haben im Absatz vorher richtig gelesen: ich erstelle eigene Landkarten über meine Heimat.
Dabei beginne ich nicht einfach mit einer fertigen Karte. Schritt für Schritt entsteht aus Straßenverläufen, Gebäuden, Gewässern und Grünflächen ein neues Bild meiner Heimat. Viele Grundlagen stammen aus frei verfügbaren Geodaten, die ich anschließend aufbereite, ergänze und grafisch neu interpretiere.
Doch die eigentliche Arbeit beginnt erst danach: Wege werden angepasst, Flussläufe gestaltet, Vegetation ergänzt und Farben bewusst reduziert, damit die Karten nicht technisch, sondern lebendig wirken. So entstehen keine klassischen Navigationskarten, sondern atmosphärische Darstellungen regionaler Geschichte.
Besonders faszinieren mich die Veränderungen einer Landschaft im Laufe der Zeit. Wo heute Straßen und Wohngebiete liegen, befanden sich früher Felder, Zechenanlagen oder alte Wasserläufe. Genau diese Spuren versuche ich sichtbar zu machen – zwischen Lippe, Bergbau, Siedlungsgeschichte und dem Wandel meiner Heimatregion.
Meine Karten sollen deshalb nicht nur Orientierung bieten, sondern Geschichten erzählen. Sie zeigen, wie eng Landschaft, Erinnerung und lokale Geschichte miteinander verbunden sind.

