Wieder freie Sicht von der Halde Tockhausen
In den letzten Jahren wucherte die Halde Tockhausen mehr und mehr zu. Wer sich nach oben begab, dem blieb der Blick in die Ferne versperrt und viele Wege wurden immer schmaler. Ich erkundigte mich bei der Stadt und erfuhr, dass kein Geld mehr für die Haldenpflege da sei. Würde ich aber ehrenamtlich etwas auf die Beine stellen, würde ich »offene Türen einrennen«. Gesagt, getan: Seit letztem Samstag kann man wieder in die Ferne schauen!
Den Sommer über plante ich diese Aktion. Ich sprach mit der Stadt (Stadtgrün) und dem Arbeitskreis Umwelt und Heimat, da sie die Natur auf der Halde gut kennen. Es gab zwei Ortstermine zu den Möglichkeiten und ich suchte Mitstreiter über das Brambauer-Forum und die Lokalpresse. Am 16.Oktober 2010 -einem nebligen Samstagmorgen- war es dann soweit: Kurz nach Sonnenaufgang um 8.00 Uhr ging es auf die Halde – allerdings nur zu viert, denn es kamen weit weniger Leute als ich erwarten hatte. Dazu später mehr.
Für zwei Fahrzeuge erhielten wir eine Sondergenehmigung zum Befahren der Halde. Damit konnten die Werkzeuge -von der Schubkarre bis zur Kettensäge- mühelos nach oben gebracht werden. Bis zum Mittag sägten und schnitten wir an drei ausgewählten Stellen mit Elan aber auch Sorgfalt, denn es sollte ein Eingriff mit Augenmaß werden, kein Kahlschlag! Die größeren Bäume ließen wir meist stehen. Zwei weitere Helfer kamen später noch zur Unterstützung. Die Lokalpresse schaute vorbei und das Wetter machte auch erstmal mit. Dann war es geschafft und drei Aussichtspunkte angelegt.
Die Äste und Zweige stapelten wir auf der Halde zu sogenannten Benjeshecken auf. Dies war ein Wunsch des Arbeitskreis Umwelt und Heimat, dem wir gerne nachkamen. So musste nichts von der Halde weg transportiert werden und möglicherweise werden die Hecken einigen Tieren als Winterquartier dienen.
Wieder freie Sicht durch drei Aussichtspunkte
Die drei neuen Aussichtspunkte lassen nach Brambauer, Lünen und Dortmund blicken – bei gutem Wetter sogar bis ins Sauerland. Nachstehende Fotos entstanden eine Woche nach dem Grünschnitt am neuen Aussichtspunkt in nordöstlicher Richtung:
Ein weiterer Aussichtspunkt entstand in Richtung Südwest. Zwischen Colani-Ufo und dem Kirchturm der St.-Barbara Kirche ist in der Ferne Dortmund zu erkennen:
Der dritte Aussichtspunkt entstand an der höchsten Stelle der Halde und bietet nun freie Sicht auf Brambauer; genauer: auf den Teil Brambauers zwischen Halde und Martin-Luther-Kirche.

Vorne die Häuser der Heinrich- und Tockhauser Straße; im Hintergrund die Kirchturmspitze der evangelischen Kirche. Die Windräder stehen am IKEA-Lager in Dortmund-Schwieringhausen.

... oder auch die Universität Dortmund und das Technologiezentrum nahe Dorstfeld. Vorne links das Hochhaus Zum Pier 1 in Brambauer.
Zum Freischneiden der vielen Wege reichte unsere Zeit jedoch nicht mehr aus. Zum einen wären wir mit sieben Mann zu wenig gewesen, zum anderen nahte gegen Mittag eine Regenfront. Nur den östlichen Weg vom Metalltor nach oben mussten wir zwangsweise ein wenig frei schneiden, da wir sonst mit den Fahrzeugen gar nicht erst nach oben gekommen wären – zu eng war der Weg stellenweise geworden.
Nur wenig Helfer kamen – dafür aber fleißige
Letztlich waren wir weit weniger Leute, als ich erwartet hatte und darüber bin ich enttäuscht. Zwei Absagen erhielt ich noch am Vorabend; zwei weitere Zusagen sind erst garnicht gekommen – trotz telefonischer Zusage am Vorabend. Hinzu kommt eine Handvoll zunächst Unentschlossener, von denen dann tatsächlich niemand kam. Vielleicht lag es am Wetter (es regnete ja die ganze Nacht), vielleicht war es aber auch nicht ernst gemeint?
Übrig blieben also sechs Freiwillige, die hoch motiviert und voller Tatendrang ans Werk gingen! Ich danke daher an dieser Stelle meinen Helfern Andreas Nymeyer, Stefan Hubert, Thomas Kellmann, Jürgen Plenge (ASV Brambauer), Uli Schmidt und Herrn S. (Name bekannt). Wir haben viel geschafft und hatten auch unseren Spaß bei der Arbeit. Ich und einige andere könnten uns vorstellen, so etwas nochmal zu wiederholen – trotzdem war dies jetzt erstmal eine einmalige Sache.
Mein Dank geht auch an Herrn Thomas Herkert von Stadtgrün für die Unterstützung und die Genehmigung sowie Herrn Klaus Papius vom Arbeitskreis Umwelt und Heimat!
- Artikel der Westfälischen Rundschau über die Aktion
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