Verkehr

Letzte Änderung: 3. Oktober 2010 um 15:12 Uhr

Vier Hauptstraßen verbinden Brambauer mit seiner Nachbarschaft:

  • Die Waltroper Straße nach Waltrop im Norden
  • Die Königsheide/Brambauerstraße nach Lünen-Mitte im Nordosten
  • Die Brechtener Straße nach Dortmund-Brechten im Süden
  • Die Mengeder Straße nach Dortmund-Mengede im Südwesten

Die vier Straßen treffen sich im Zentrum des Ortes an der bereits erwähnten »Hufnagel-Kreuzung«. Gleichzeitig teilen diese vier Straßen Brambauer in vier ungleich große Teile. Für den Straßenverkehr hat besonders die Ost-West-Achse — Königsheide und Mengeder Straße — eine wichtige Funktion: Sie verbindet Brambauer auch mit der A2 (Hannover-Oberhausen) und der B236 (Dortmund). Gleichzeitig ist sie Umleitungsstrecke für die A2, falls diese in Richtung Oberhausen gesperrt ist. Die A2 ist  teilweise übrigens auch Stadtgrenze zu Dortmund.

Öffentlicher Nahverkehr

An der zentralen Kreuzung liegt auch der Verkehrshof — hier beginnen und enden fast alle Buslinien; nur die Linie C1 aus Lünen verkehrt von hier weiter bis zum Emil-Stade-Platz.
Der Verkehrshof ist zudem die Endstation der Stadtbahnlinie U41 von und nach Dortmund-Hörde. Mit ihr sind der Dortmunder Hauptbahnhof und Innenstadt in 25 Minuten erreichbar. Kurios für einen so zentralen Verkehrsknoten: PKW-Parkplätze sucht man direkt am Verkehrshof seit einigen Jahren vergebens. Für Fahrräder bietet die Awo vor Ort einen kostenpflichtigen, aber bewachten Fahrradparkplatz an; auch kleinere Reparaturen sind möglich.

Linienplan ÖPNV Brambauer

Linienplan ÖPNV Brambauer

Eine Übersicht über alle in Brambauer fahrenden Linien ist auf der Karte links ersichtlich. Brambauer liegt wie die gesamte Stadt Lünen im Gebiet des Verkehrsverbunds Ruhr-Lippe (VRL). Trotzdem werden in Brambauer die meisten Strecken durch den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) bedient: die Stadtbahn und die Buslinie nach Mengede durch die DSW21; die nach Waltrop durch die Vestische. Lediglich nach Lünen führen die beiden VRL-Strecken: die Stadtbuslinie C1 und die Kleinbuslinie 116/WBG1 durch die VKU.

Einen »richtigen« Bahnhof sucht man in Brambauer vergebens, denn abgesehen von der Stadtbahn führen keine Gleise mehr in den Stadtteil. Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind aber über den Öffentlichen Nahverkehr gut zu erreichen und bieten dort Anschluss an den Regional- und Fernverkehr:

  • Lünen HBF (ca. 20 Minuten Busfahrt)
  • Mengede BF (ca. 15 Minuten Busfahrt)
  • Dortmund HBF (ca. 25 Minuten Stadtbahnfahrt)

Zu Zeiten des Bergbaus führten zwei Bahnstrecken nach Brambauer, die jedoch ausschließlich dem Güterverkehr zur Zeche Minister Achenbach dienten. In den 1990er Jahren wurden die Gleisanlangen demontiert.

Flughäfen und der Himmel über Brambauer

Der nächstgelegene Verkehrsflughafen ist Dortmund,  in etwa 25 Minuten mit dem PKW erreichbar. Münster/Osnabrück und Düsseldorf liegen eine knappe Stunde entfernt. Der nächste Segelflugplatz sind die Lippewiesen-Lünen.

Durch die Nähe zum Flughafen Dortmund liegt Brambauer Flugsicherungstechnisch noch in dessen Nahverkehrsbereich, wobei je nach Höhe auch schon Düsseldorf zuständig ist. Zudem führt je eine Standard-Ankunftroute (STAR) und -Abflugroute (SID)  von und zum Dortmunder Flughafen über Brambauer. Bei Westwind folgen aktuell (2011) zum Beispiel die Maschinen von easyjet nach England und  Wizzair nach Polen der Abflugroute »DOMEG 1U« direkt über Brambauer. Je nach Wetter und Verkehrslage überfliegen auch Maschinen nach Düsseldorf Brambauer in niedriger Höhe (3000 Fuß = 914 Meter) , darunter regelmäßig auch größere Airbus 330/340 aus Asien.

Die »Seilbahn«

Quer durch Brambauer verläuft ein 2,5 km langer Fuß- und Radweg mit dem Namen »Seilbahn«. Benannt ist dieser Weg nach der früheren Zechen-Seilbahn, die von 1923 bis 19681 Kohle von Schacht IV nach Schacht I/II transportierte.   Nach Abriss der Seilbahn entstand in den 1970ern der heutige Fuß- und Radweg auf dem Grund dieser alten Seilbahn.  Der Weg beginnt heute an der Halde Achenbach im Süden und endet nahe dem Datteln-Hamm-Kanal in Tockhausen; er geht über die beiden Schächte hinaus und ist somit länger als die damalige Seilbahnstrecke.

2007 wurde im Rahmen des 100-Alleen-Programmes der Abschnitt zwischen Schulenkampstraße und Heinrichstraße aufgewertet: Der Gehweg wurde neu befestigt und zu schon vorhandenen Bäumen und Sträuchern weitere 175 Eschen2 gepflanzt, die der Seilbahntrasse Allee-Charakter geben. Von der alten Seilbahn ist heute lediglich ein kleines Wartungshäuschen erhalten.

Fotos der alten Kohle-Seilbahn gibt es auf der Seite von Wolfgang Schubert.

Verkehrsberuhigung

Moabiter Hügel? Sargdeckel? Zwei typische Begriffe, mit denen sich Brambauer charakterisieren lässt. Seit über 20 Jahren ist der Stadtteil mit verschiedenen Mitteln verkehrsberuhigt. Vielerorts sorgen aber eben diese beiden Begriffe — in Beton gegossen — für Unmut unter den Autofahrern. In den Wohngebieten mildern sie den Durchgangsverkehr und bündeln Teile des Innerörtlichen Verkehrs auf die Hauptstraßen. Das bringt Ruhe in die Wohngebiete, bremst aber die Autofahrer aus: ein typischer Konflikt innerhalb unserer mobilen Gesellschaft, wie er nicht nur in Brambauer vorkommt.

Bis in die 1980er Jahren wurde dieser Konflikt zwischen Ruhe und Mobilität in Brambauer zu Gunsten des Straßenverkehrs und zu Lasten der Bewohner gelöst. Damals erkannte man aber die Last der Wohngebiete im Land, nicht nur in Brambauer — 1983 rief die Landesregierung unter dem Titel „Ruhiges Wohnen, sichere Straßen“ einen NRW-weiten Wettbewerb aus, um Lösungen für die Städte in NRW zu finden.

Die Brami-Gemeinschaft beteiligte sich an diesem Wettbewerb. Damals waren die meisten Straßen im Ort für 50Km/h freigegeben und gut ausgebaut, auch in den Wohngebieten. Lärm, Abgase, viele Unfälle und auch ein Dutzend Verkehrstote pro Jahr waren ein unhaltbarer Zustand. Die Bramis beschreiben Brambauer im Jahr 1983 in ihren Wettbewerbsunterlagen  -auszugsweise- so:

Lünen-Brambauer (…) ist eines von vielen (negativen) Beispielen einer durch Verkehrsstränge “geschlachteten” Stadt. Zwei im Stadtteil sich kreuzende Landstraßen ziehen so viel Kraftfahrzeuge auf sich, daß die Wohn- und Lebensqualität sowie die Attraktivität der innerörtlichen Bereiche von Brambauer stark beeinträchtigt ist.
Der starke Schwerlast- und Durchgangsverkehr auf KFZ-gerecht ausgebauten innerörtlichen Straßen ist die unübersehbare Ursache für eine hohe Zahl von Verkehrsunfällen, für eine durch Lärm und Abgase gestörte Wohnruhe und für eine stagnierende Entwicklung im Handel und im Gewerbe 3

Gleichzeitig entwickelten sie Ideen und Lösungen, wie ruhiges Wohnen und sichere Straßen in Brambauer möglichen seien. Diese Ideen überzeugten die Jury: Die Bramis gewannen den 2.Platz in dem Landeswettbewerb.4

Fast Zeitgleich mit dem Landeswettbewerb entwickelte sichzudem etwas neues in Deutschland, das ebenfalls zur Verkehrsberuhigung in Brambauer beitragen sollte — in Buxtehude wurde im November 1983 in einem Modellprojekt des Bundes erstmalig eine Tempo-30-Zone erprobt. 5
Ende der 1980er Jahre hielt dann auch diese neue »Erfindung« in Brambauer flächenmäßig Einzug. Mit einigen wenigen Ausnahmen wie den vier Hauptstraßen ist im Grunde ganz Brambauer heute eine Tempo-30-Zone. Doch selbst die Waltroper Straße ist innerhalb des Dorfes auf 30 Km/h beschränkt. Aufgrund der vielen Fußgänger und ihrem häufigen Wechsel zwischen den Geschäften auf beiden Seiten der Straße ist das dort auch sinnvoll. Ebenso wurden an verschiedenen Stellen im Ort Spielstraßen eingerichtet — verkehrsberuhigte Bereiche im Fachjargon genannt.Die streitbarste aller Verkehrsberuhigungen sind aber die Anfangs genannten Moabiter Hügel, beziehungsweise als Sargdeckel bezeichneten Verkehrsberuhigungen. Sie wurden ab 1987 meist auf den Straßen angelegt, die von den Hauptstraßen abzweigen. Sie sollen verhindern, dass der Durchgangsverkehr durch die Wohngebiete abkürzt.

In den letzten Jahren regte sich mehr und mehr Widerstand gegen diese Form der Verkehrsberuhigung, da sie an einigen Stellen nicht mehr ihrem Ursprungszustand enspricht: durch jahrelange Beanspruchung entstanden Spurrillen direkt neben den Hügeln, die diese dadurch quasi erhöhen. Reifenschäden aufgrund scharfer Kanten sollen dabei die geringsten Schäden sein.

Rufe nach dem Ende der Moabiter Hügel laufen aber seit Jahren ins Leere, denn  sie wurden seinerzeit mit Fördermitteln errichtet  –   im Falle eines Rückbaus droht die Rückzahlung dieser Fördermittel. Dennoch hat die Stadtverwaltung im Zuge von Straßenausbesserungen  vereinzelt Alternativmodelle der Betonhügel ausprobiert, die aber nicht zur massenhaften Anwendung kamen.

Quer durch Brambauer verläuft ein XX KM langer Fuß- und Radweg, die so
genannte »Seilbahn«. Der Weg wurde auf dem Grund einer ehemaligen
Zechen-Seilbahn errichtet, die von 1923 bis 1968(QUELLE SU) die beiden
Schächte I/II und IV. Nach Abriss der Seilbahn entstand in den 1970ern der
heutige Fuß- und Radweg, der auch als sicherer, autofreier Schulweg gedacht
war: Die Wittekindschule liegt direkt an  der Seilbahn und die
Elisabethschule nur wenige Meter davon entfernt.
Der Weg beginnt heute an der Halde Achenbach im Süden und endet nahe dem
Datteln-Hamm-Kanal in Tockhausen; geht also jeweils über die früheren
Schächte hinaus. Auf der Karte wird dies deutlich:

2007 wurde im Rahmen des 100-Alleen-Programmes der Abschnitt zwischen
Schulenkampstraße und Heinrichstraße aufgewertet: Der Gehweg wurde neu
befestigt und zu schon vorhandenen Bäumen und Sträuchern weitere 175 Eschen
gepflanzt, die der Seilbahntrasse Allee-Charakter geben. Von der alten
Seilbahn ist heute lediglich ein kleines Wartungshäuschen erhalten.
  1. http://www.minister-achenbach.de/seilbahn.html
  2. http://www.lanuv.nrw.de/100alleen/kreis_unna_44.htm
  3. Ruhiges Wohnen, Sichere Straßen für Lünen-Brambauer:
    Maßnahmenvorschläge zur flächenhaften Verkehrsberuhigung der BRAMI-Gemeinschaft”, August 1983, Seite1
  4. qype.com: Brami-Gemeinschaft e.V
  5. http://de.wikipedia.org/wiki/Tempo-30-Zone#Geschichte