Natur, Sport und Freizeit
Rund um Brambauer gibt es viel Grün, da der Stadtteil nicht mit seinen Nachbarn verwachsen ist. Zwei Halden laden zum Fernblick ein und ein reichhaltiges Vereinsangebot bietet für jeden etwas.
Naherholung
Tockhausen
Im Nordosten Brambauers liegt das Naherholungsgebiet Tockhausen. Hier befinden sich Nordpark und Ententeich, ein Waldspielplatz, eine Grillhütte das Freibad und weithin sichtbar die begrünte Bergehalde Tockhausen. Nach Norden hin grenzt Tockhausen an die Waltroper Bauerschaft Elmenhorst — dort sind für Wanderer und Radfahrer aus Brambauer sowohl die Burgruine Wilbring als auch Ida´s Plätzchenstube beliebte Ausflugsziele. 1998 wurde im Rahmen eines Schnadeganges ein Grenzpfahl am Ententeich aufgestellt, der auf die Grenze zwischen Lünen und Waltrop hinweist – allerdings steht der Pfahl nicht genau auf der Grenze, sondern etwa 50 Meter auf Waltroper Gebiet, da die Grenze genau durch den Ententeich verläuft.
In den 1980er Jahren sollte Tockhausen eine Mülldeponie werden, doch durch Bürgerprotest konnte dies damals verhindert werden. An einer Sitzecke mit Blick auf die Halde erinnert noch heute eine Gedenktafel an dieses Ereignis. Überschattet wird Tockhausen momentan vom Bau eines neuen Kohlekraftwerks in Lünen-Lippholthausen, an das Tockhausen im Nordosten grenzt und nur durch den Datteln-Hamm-Kanal voneinander getrennt ist.
Die »Brambauer Berge«
Zwei Bergehalden hat die Zeche Minister Achenbach in Brambauer hinterlassen. Anfang der 1990er Jahre wurden sie begrünt und sind seitdem für die Öffentlichkeit begehbar.
Richtung Dortmund befindet sich die Halde Achenbach. Sie ist die größere Halde sowohl nach Höhe als auch Fläche. Im 2.Weltkrieg befand sich im Inneren eine Bunkeranlage für 3000 Menschen1. Heute weisen nur Betonreste der ehemaligen Eingänge an zwei Stellen darauf hin, denn der Bunker selbst wurde gesprengt. Am Halden-Südhang wurden in den 1990er Jahren sogar einige Weinreben angebaut. Von der etwa 40-50 Meter über Brambauer trohnenden Halde bietet sich ein fantastischer Ausblick ins Ruhrgebiet, besonders ins benachbarte Dortmund. Die Halde ist unter Geocachern -eine Art moderne Schatzsuche per GPS- beliebt.
Genau auf der anderen Seite von Brambauer liegt die kleinere Halde Tockhausen, die ich anfangs bereits erwähnte. Diese Halde bot in den ersten Jahren ihrer Eröffnung einen weitreichenden Blick über Brambauer und Lünen bis hin zum Schloß Cappenberg. Die Fernsicht, viele Bänke, ein Teich oben auf dem Hügel und sogar eine Unterstellmöglichkeit luden viele zum Spaziergehen ein. Im Laufe der Jahre wurde alle Bänke zerstört oder entfernt und die Unterstellung brannte bereits nach zwei Jahren ab. Bäume und Sträucher wuchsen und die Halde wurde über die Jahre zu einem Wald – die Fernsicht verschwand. Seit Oktober ist wenigstens wieder etwas Fernsicht möglich: Mit ehrenamtlichen Helfern habe ich drei Aussichtspunkte angelegt. (Mehr zu dieser Aktion und was von der Halde aus zu sehen ist, findest du hier).
Aber einmal von der Fernsicht abgesehen, lohnt sich gerade auch wegen der Natur ein Gang nach oben. Am Südhang der Halde entstand 2009/10 eine Bikeranlage für Mountenbiker.
Das Mühlenbachtal
Ganz den Pferden verschrieben ist das Mühlenbachtal im östlichen Brambauer. Zahlreiche Höfe bieten Unterstellmöglichkeiten und großzügige Weideflächen. Auch ein Tierarzt mit Tierpension hat sich im Mühlenbachtal niedergelassen. Das Tal wird durchzogen von drei Bächen: der Kelmbach, die Hanebecke und der Namensgebende Mühlenbach. Für sie hat der engagierte Brambaueraner Kurt Glodny entsprechende Schilder gebastelt, die auf die Namen hinweisen.
Ein ausgeschilderter Rundweg führt durchs Tal und drei zwei Sitzecken laden zum Verweilen ein. Der Weg führt vorbei an Pferdewiesen, Felder und Wälder sowie einigen Streuobstwiesen, die der Arbeitskreis Umwelt und Heimat pflegt. Seit 2002 findet alljährlich das Apfelfest statt, bei dem die Äpfel dieser Streuobstwiesen (48 Sorten an 250 Bäumen) probiert und mitgenommen werden können. Wer etwas Kraft hat, kann sich die Äpfel dann auch selbst zu Apfelsaft pressen.2
Im Nordosten des Tals steht bei einem Regenrückhaltebecken einer der letzten Grenzsteine der alten Grafschaft Mark;Â jedoch ist dieser nicht öffentlich zugänglich, da das Gelände rund ums Rückhaltebecken eingezäunt ist.
2003 wurden per Bürgerentscheid eine Verlängerung der B236 und die Ansiedlung eines Gewerbegebietes verhindert. Auch neue Strommasten durchs Tal für den aktuellen Kraftwerksneubau in Lippholthausen konnte durch viel Druck einer Bürgerinitiative verhindert werden: am 14.10.2007 fand eine Menschenkette mit Fackeln statt an der über 1000 Menschen teilnahmen. Ein weiteres Problem konnte dagegen noch nicht gelöst werden: illegaler Autoverkehr durchs Tal, bei dem viele den Weg zur Autobahn oder ins benachbarte Dortmund-Brechten abkürzen. Zufahrt haben eigentlich nur Anlieger zu den Höfen!

Eines der von Kurt Glodny erstellten Schilder am Rundweg Mühlenbachtal
Sport- und Spielplätze
Sportplätze
Die größte Sportstätte im Ort ist die Glückauf-Arena mit ca. 3500 Plätzen und einer überdachte Haupttribüne, die 150 Sitzplätze bietet. Seit 2007 verfügt das Stadion über einen Kunstrasenplatz und eine blaue Tartan-Laufbahn. Vor diesem Umbau trug es den Namen Freibadstadion, da das Freibad direkt angrenzt.  Hinter der Haupttribüne hat der BV Brambauer-Lünen sein Vereinsheim gebaut. Die Umkleidekabinen für die Mannschaften befinden sich allerdings ausserhalb des Stadions im benachbarten Gebäude der Turn- und Kleinschwimmhalle der Elisabethschule.
Auch der alljährlich stattfindende Hanselauf beginnt und endet in der Arena. Gleich nebenan liegt der Ascheplatz Zum Karrenbusch, der in erster Linie für Fußball und Schulsport genutzt wird. Im Volkspark gab es bis 2008 einen weiteren Ascheplatz, der jedoch von der Stadtverwaltung aus Kostengründen aufgegeben wurde. Seitdem ist dort ein Pudelclub ansässig und nutzt das Gelände alleine.

Die blaue Glückauf-Arena: rechts die Hauptribüne und das Vereinsheim; im Hintergrund die Umkleiden (das Gebäude mit dem Turm)
Der erste große Sportplatz im Stadtteil war allerdings der Ferigeplatz an der heutigen Gustav-Sybrecht-Straße; direkt hinter der Gaststätte Ferige, die gleichnamigen Landwirt gehörte. Vom Ferigeplatz gibt es heute keine Spuren mehr, denn das gesamte Gelände wurde ab Ende der 1970er Jahre bebaut.

Der alte Sportplatz Ferige im Zweiten Weltkrieg mit Krankenhaus im Hintergrund. Heute stehen hier Wohnhäuser. Foto: Privat (mit Dank nach Waltrop für die Zusendung!)
Sporthallen
Die drei Grundschulen sowie Haupt- und Realschule verfügen über jeweils eine eigene Turnhalle, die auch von Vereinen ausserhalb der Schulzeit oft genutzt werden. An der Diesterwegstraße steht eine Dreifachsporthalle mit Tribüne, die bei Turnieren Zuschauern einen Platz bietet. Sie wird gelegentlich auch für weniger sportliche Veranstaltung genutzt, etwa für einen Weihnachtsbasar. Direkt an die Dreifachsporthalle haben die Handballer des VfL Brambauer ihr Vereinsheim gebaut.
ehemalige Kleinschwimmhalle
An der Elisabethschule befand sich bis August 2011 eine von zwei Kleinschwimmhallen Lünens. Sie ist im selben Gebäude wie die Turnhalle und teilte sich mit dieser den Eingang. Das Becken hatte eine Größe von 16,66 x 8m und eine veränderbare Tiefe: Mittels Hubboden waren 30 cm bis zu 1,80m möglich.3 Hintergrund für die Schließung ist die baldige Fertigstellung des Lüner Zentralbades im September 2011. Auf der Rückseite des Gebäudes liegen -mit separatem Eingang- die Umkleidekabinen der Glückauf-Arena, die nur einen Steinwurf entfernt ist.

Kleinschwimmhalle , Turnhalle der Elisabethschule und Umkleiden der Glückauf-Arena in einem Gebäude.
Sportvereine
Brambauers Vereinsleben wird auch im Sport großgeschrieben und bietet ein reichhaltiges Angebot. Zu den bekanntesten Vereinen zählt der BV Brambauer-Lünen, dessen 1.Fußballmannschaft in der Westfalenliga spielt und der SV Brambauer 50, Wasserball-Zweitligist. Ebenfalls bekannt ist der DjK/SuS Brambauer, der einmal im Jahr den oben genannten „Lüner Hanselauf“ veranstaltet — 2010 übrigens schon zum 20. mal!
Sportvereine in Brambauer:
- 1. PBC Brambauer ’78 (Pool-Billard)
- Ambulante Herzsportgruppe Lünen-Brambauer
- ATC Lünen Brambauer (Fußball, vermutlich neuer Name demnächst Türkgücü)
- AMC Automobil- und Motorsportclub 1927
- BV Brambauer-Lünen (Fußball, Turnen)
- DJK SuS Brambauer
(Gymnastik, Leichtathletik, Tennis, Tischtennis, Volleyball, Walking, Laufen) - Gehörlosen-Automobil- und Freizeitclub
- Judoclub Brambauer
- NaturFreunde
- Reiterverein Brambauer
- Sauerländischer Gebirgsverein SGV
- Schachclub Doppelbauer Brambauer
- Schützenverein Brambauer (auch Bogenschiessen)
- Segelflugsportgruppe Brambauer
- SG Brambauer (Turnen)
- Sportkeglerverein Brambauer
- SV Brambauer 50 (Schwimmen, Wasserball)
- Tan Gun (Taekwondo)
- TC Brambauer (Tischtennis)
- TV Eintracht Brambauer (Turnen, Volleyball, Walking)
- VfL Brambauer (Handball)
Neben den Sportvereinen gibt es noch unzählige andere Vereine, die demnächst hier folgen sollen.
Freibad Brambauer
Wenn das Wort »ehrenamtlich« fällt, führt in Brambauer kein Weg am Freibad vorbei. Zahlreiche Helfer des Förder- und Trägervereins pflegen das Bad und sorgen für einen reibungslosen Ablauf, ohne deren Hilfe Brambauer heute kein Freibad mehr hätte — obwohl in den letzten Jahren zahlreiche Endspiele des Deutschen Wasserballpokals dort stattfanden!
Das mittlerweile über 70 Jahre alte Freibad startete im Mai 2009 nach einem grundlegenden Umbau in die neue Saison. Herzstück des Freibads ist heute ein durch Sonnenenergie beheiztes 50m-Becken mit Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich. Es ist auch Heimstätte des früheren Wasserball-Bundesligisten SV Brambauer 50, der derzeit in der 2. Liga spielt. Weiterhin gibt es ein kleines Becken für die Zwillings-Wasserrutsche und ein Kinder-Planschbecken. Die Liegewiese erstreckt sich über einen etwa 10m hohen Hang, von dem das gesamte Gelände einsehbar ist. Spielplatz und Volleyballfelder runden das Angebot ab. Ohne Eintrittskarte zugänglich ist die Restaurant-Terrasse. Vom benachbarten Kleingartenverein pachtete das Freibad eine Parzelle, die zum kostenpflichtigen –aber bewachten- Fahrradparkplatz umgewandelt wurde (200 Stellplätze)4
Um 1900 gingen die Brambaueraner in den Karpfenteichen des Hofes Overthun baden. Später führte der Weg aber auch zum Datteln-Hamm-Kanal oder zum Lippestrandbad in Lippholthausen. Erst im Jahr 1938 wurde bei den Karpfenteichen eine „Badeanstalt“ für die Brambauer Bevölkerung errichtet; damals mit zunächst einem Becken. In den 1950er und 1970er Jahre erfolgten Umbaumaßnahmen5 und Modernisierungen zu einem Freibad mit 3 Becken (Schwimmer-, Nichtschwimmer- und Kleinkinderbecken).

Der Karpfenteich des Hofes Overthun, bevor 1938 das Freibad an genau dieser Stelle errichtet wurde (Foto: Stadtarchiv Lünen, unbekannter Verfasser)
2006 sah das sogenannte Bäderkonzept der Stadt Lünen aufgrund leerer Kassen vor, ein neues, zentrales Hallenbad in Lünen-Mitte zu errichten und dafür sämtlich Hallenbäder in der Stadt als auch das Brambauer Freibad zu schließen, um die laufenden Kosten zu reduzieren6. Die einzige, aber sehr umstrittene »Rettung« für das Freibad bestand darin, die damalige Wasserfläche von 2000m² auf 500m² zu verkleinern und das Ehrenamt noch weiter zu fordern. Nach der Badesaison 2008 begannen die Um- und Rückbaumaßnahmen an den Schwimmbecken und den Gebäuden. Die Beckenheizung wurde auf Solarbetrieb umgestellt, das alte Nichtschwimmerbecken abgerissen, die Terrasse umgestaltet. Dadurch blieb das Freibad und sogar seine Bundesligatauglichkeit erhalten, wenn auch nur noch mit einem Viertel seiner vorherigen Wasserfläche.

Das Freibad Brambauer am letzten Tag der Badesaison 2008; kurz bevor die Umbaumaßnahmen begannen. Aufgenommen von mir mit freundlicher Genehmigung des Freibads.
Kleingärten
Brambauers größte Kleingartenanlage ist der KGV Am Subeck – eingebettet zwischen Kommunalfriedhof, Glückauf-Arena, Freibad und Nordpark im Norden Brambauers. Hier gibt es rund um das Vereinsheim über 80 Kleingärten. Die gesamte Anlage besitzt mehrere Eingänge an der Straße Am Freibad. Der Haupteingang ist über die Friedhofstraße erreichbar, die direkt zum KGV-Vereinsheim führt. Eine Besonderheit ist der seit 2007 bestehende englische Tudor-Garten. 7 8
Ebenfalls auf dem Gelände des Kleingartenvereins steht das Vereinsheim des SV Brambauer 50, das durch seine Randlage aber auch einen separaten Eingang hat. Direkt gegenüber des Freibad-Eingangs hat das Freibad eine Parzelle zum Fahrradparkplatz umgewandelt (Details siehe unter Freibad).
Am südwestlichen Rande des Mühlenbachtals liegt der KGV Achenbach. Die Anlage ist auf einem kleinen Hang errichtet und besteht aus ca. 35 Parzellen – ein Teil der Kleingärten grenzt dabei direkt an den Zechenwald. Am östlichen Eingang (Im Siepen) sind einige Parkplätze und auch das Vereinsheim. Ein zweiter Eingang führt vom Bergerhof kommend ausschließlich Fußgänger in die Anlage.
Der KGV Glückauf ist die jüngste Kleingartenanlage. Die 50 Parzellen liegen am westlichen Ende des Volksparks mit Blick auf die Halde Achenbach. Haupteingang und Parkplatz befinden sich an der Elsa-Brändström-Straße; ein weiter Zugang ist über die Straße Am Westpark möglich.

Eine ehemalige Kohlenlore am Eingang des KGV Achenbach
- Niklowitz, Fredy; Heß, Wilfried: Lünen 1918-1966 – Beiträge zur Stadtgeschichte. 2. Auflage 1995, Seite 400 ↩
- Siehe auch DerWesten.de »Für heimische Äpfel sensibiliseren« ↩
- Angaben der Stadtwerke Lünen, http://www.stadtwerke-luenen.de/swl_typo3/?id=1209 ↩
- Artikel der Westfälischen Rundschau vom 04.Mai.2007. ↩
- Übersicht aller Lünener Freibäder auf luenen.de ↩
- siehe u.a. Ruhr Nachrichten (Lünen) vom 26.April 2006 (der hier ursprünglich verlinkte Artikel ist mittlerweile nicht mehr online und auch nicht mehr im westline-Archiv aufzufinden) ↩
- Westfälische Rundschau vom18.08.2007, Lokalteil Brambauer, Artikel: Englischer Garten ist umgezogen ↩
- Ursprünglich ist der Tudor-Garten ein Geschenk der Lünschen Partnerstadt Salford für die Landesgartenschau 1996. Aufgrund von Vandalismus wurde der eigentliche Garten am ehemaligen Landesgartenschaugelände abgebaut und dann in Brambauer neu angelegt. ↩





