Unser »Dorf«
Wenn die Brambaueraner vor Ort einkaufen wollen, sagen sie »ich gehe ins Dorf!«— und meinen damit den Bereich im Herzen Brambauers rund um die Waltroper Straße. Hier sind die meisten Geschäfte, der Marktplatz und das Bürgerhaus.
»Hufnagel-Kreuzung«
Die große Kreuzung an der die vier Hauptstraßen zusammenlaufen, wird im Brambauer Volksmund gerne als Hufnagel-Kreuzung bezeichnet — benannt nach dem Kaufhaus Hufnagel das fast 100 Jahre an dieser Kreuzung geöffnet hatte. An diesem Knotenpunkt läuft und lief immer schon der Straßenverkehr zusammen. Vermutlich befand sich deshalb hier die erste Poststation. Aldi und Rewe sind nur eine Gehminute von der Kreuzung entfernt; ebenso der Verkehrshof, an dem der öffentliche Nahverkehr zusammenläuft. An dieser Kreuzung beginnt in nördliche Richtung die Waltroper Straße, die das eigentliche Dorf repräsentiert.

Die so genannte „Hufnagel-Kreuzung“ mit Geschäften entlang der Waltroper Straße, dem „Dorf“. Das Foto entstand an einem Sonntag Nachmittag — Werktags staut sich hier der Verkehr in alle Richtungen.
Entlang der Waltroper Straße
Die Waltroper Straße ist die Haupteinkaufsstraße. Von der Hufnagel-Kreuzung bis zur Heinrich-/Ottostraße reihen sich auf 600 Metern dicht gedrängt die Geschäfte aneinander. Dies ist das eigentliche Dorf, mit breiten Bürgersteigen und wie eine Allee von vielen Bäumen gesäumt. In der Weihnachtszeit schmücken viele Lichterketten die Straße. Seit Jahren steigt allerdings der Leerstand an Geschäftslokalen; Neueröffnungen beschränken sich meist auf »Billigläden« und weisen einen hohen Inhaberwechsel auf. Von den alteingesessenen Geschäften ist nur noch eine Handvoll übrig und es werden jedes Jahr weniger. Für viele größere oder seltene Anschaffungen bleibt einem der Weg nach Lünen oder Dortmund mittlerweile nicht mehr erspart – sofern nicht online eingekauft wird. Insgesamt »schrumpft« das Dorf in Richtung Hufnagel-Kreuzung zusammen.
Auf der östlichen Straßenseite stehen — praktisch lückenlos — die überwiegend im Jugendstil errichteten Geschäftshäuser nebeneinander. Einige von ihnen sind Denkmalgeschützt.
Auf westlicher Seite dagegen werden die Geschäftshäuser immer wieder von reinen Wohngebäuden und Lücken unterbrochen, hier ist das Warenangebot deutlich geringer. 2008 wurde auf dieser Seite das Seniorenwohnheim Zur Alten Gärtnerei der AWO errichtet. Das an der Straße stehende Gebäude der namensgebende Gärtnerei wurde dafür zuvor abgerissen. Da aber die AWO das Seniorenwohnheim im hinteren Bereich der Gärtnerei errichtete, klafft derzeit noch eine Lücke in der Häuserfront der Waltroper Straße. Ebenfalls auf der Westseite befindet sich die 1904 erbaute Wittekind-Grundschule, mit ihrem zur Waltroper Straße hin geöffneten Schulhof. Gleich nebenan steht die katholische Herz-Jesu Kirche — ebenfalls mit Kirchplatz zur Straße hin.
Im Jahr 2008 wurde ein Teil des Wittekind-Schulhofes abgetrennt und zum so genannten Dorfplatz bzw. Platz der Begegnung1umgestaltet. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass das Dorf weiter aufgewertet und ein öffentlicher Platz zum Verweilen entstehen sollte. Der Entwurf des heutigen Platzes belegte 2005 imLandeswettbewerb Stadt macht Platzeinen Platz in der ersten Preiskategorie.2 und wurde »als besonders gelungen u. schnell umsetzbar«3 beurteilt – was dann bis 2008 auch geschah. Die Begeisterung in der Bevölkerung hielt sich aber in Grenzen und der Platz wird heute kaum genutzt.

Schulhof, Platz der Begegnung, Seilbahn und Waltroper Straße -gesehen vom Kirchturm der Herz-Jesu-Kirche
Entlang der Waltroper Straße gibt es beidseitig Parkbuchten. Auf beiden Seiten der Straße befinden sich zudem jeweils zwei Radwege: ein gewöhnlicher neben dem Bürgersteig und ein sogenannter Radfahrschnellweg direkt auf der Straße. Letzterer wird allerdings so gut wie nie benutzt (mehr dazu später unter Verkehr). Quer durch Brambauer verläuft zudem ein Fuß- und Radweg, der das Dorf in der Mitte kreuzt: die sogenannte Seilbahn. Dadurch ist es von einigen Wohngebieten auch fernab des Autoverkehrs in wenigen Minuten erreichbar. Bevor der Platz der Begegnung gebaut wurde, unterbrach der Schulhof der Wittekindschule die Seilbahn.
Von der Waltroper Straße aus erreicht man den Marktplatz über die Paul-Bonnermann-Straße nach nur 100 Metern.
Rund um den Marktplatz / Markttreff
Montags und donnerstags findet der Wochenmarkt auf dem Marktplatz statt. Jeweils von 8.00 bis 12.30 Uhr bieten laut Stadtverwaltung »60 Händler mit Kompletten Sortiment« 4 ihre Waren an. Ein aktueller Blick auf den Wochenmarkt zeigt allerdings: die Zahl der Stände ist geringer und das Sortiment besteht neben Wurst, Fisch und Käse mehr und mehr aus „Klammottenhändlern“.
Immer zeitgleich mit dem Wochenmarkt findet im gegenüberliegenden Bürgerhaus der Markttreff statt. Seit 1997 haben so nicht nur Marktbesucher die Möglichkeit, bei Kaffee und Brötchen miteinander ins Gespräch zu kommen. Viele Ehrenamtliche engagieren sich beim Markttreff, darunter auch Mitglieder der beiden großen Parteien CDU und SPD: Jeweils abwechselnd organisieren »ihre« Leute den Treff, schmieren Brötchen und kochen Kaffee. So überreicht nicht selten auch der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete Klaus Stallmann dem hungrigen Besucher ein Brötchen.
Einmal jährlich kommt die »Kirmes« auf den Brambauer Marktplatz. Die Anführungszeichen sollen verdeutlichen, dass der Name nicht ganz passen will: drei Attraktionen und zwei Imbisstände sind recht »überschaubar«.
In der übrigen Zeit wird der Marktplatz gerne als Parkplatz benutzt. Er fasst nicht ganz 100 Fahrzeuge, ist zentral gelegen und das Parken ist kostenlos (wie überall im Stadtteil). Am Marktplatz befindet sich auch die größere der beiden Brambauer Sparkassen-Filialen.
Bürgerhaus
Direkt am Marktplatz steht das Bürgerhaus. Lange Zeit eine Gaststätte – der Centralhof Schlabs – wird es seit Mitte der 1990er Jahre als öffentliches Bürgerhaus und Veranstaltungsgebäude genutzt.
Im Erdgeschoss befinden sich ein Schankraum, eine Küche, zwei kleinere Räume und der große Saal mit Bühne und einer weiteren Theke. In den beiden oberen Etagen befand sich bis 2008 das Brambauer Jugendzentrum, bevor es aufgrund von Sparmaßnahmen geschlossen wurde. Seitdem finden lediglich sporadisch Angebote für Jugendliche in den Räumen statt. Im Oktober 2011 wird die Bürgerbücherei in der ersten Etage einziehen und ein Personenaufzug auf der Nordseite des Gebäudes von außen angebaut. Der Keller wird dagegen vom Schützenverein genutzt, der dort eine Schießanlage betreibt.
Besonders beliebt ist das Bürgerhaus auch für private Feiern und Feste, denn die Räume im Erdgeschoss können gemietet werden. Zudem bietet der Marktplatz genügend Parkmöglichkeiten in nächster Nähe.

- Offiziell hat der neue Platz gar keinen Namen. Aus dem Wettbewerb stammt der Begriff Platz der Begegnung, während er in der Presse und von den Brambauern schlicht Dorffplatz genannt wird. ↩
- siehe http://www.stadtmachtplatz.de/ergebnisse-2004/1gruppe_luenen.html ↩
- ebd. ↩
- Lünen.de – Wochenmärkte ↩




